In Kalifornien ist es infolge eines geschmacklosen Halloween-Scherzes zu heftiger Empörung gekommen: In West Hollywood hat der für die Demokraten sympathisierende Bürger Chad Michael Morisette eine Schaufensterpuppe an seinem Dach aufgeknüpft, die unverkennbar als Sarah Palin dressiert ist. Das Medienecho auf den Altbubenscherz fiel überwältigend aus.
Vor allem die charakteristische Tolle, die viereckige Brille und das korrekte Kleidchen machen deutlich, dass es sich bei der puppe nur um eine nachgebildete Sarah Palin, die Vizepräsidentschaftskandidatin der Republikaner, handeln kann. Morrisette seinerseits ist der Überzeugung, dass seine Aktion als „Kunst aufgefasst werden sollte. Es ist Halloween. Es ist die Zeit, in der man Angst haben muss. Es ist die Zeit, um Angst einzujagen."
Jeffrey Prang, Bürgermeister von west Hollywood, ließ indessen wissen, dass er die Maßnahme nicht gutheißt. Er rief die Bürger seiner Gemeinde dazu auf, ihre politischen Überzeugungen künftig „auf konstruktive Weise zum Ausdruck zu bringen".
Trotz aller Proteste weigerte sich die Polizei jedoch, gegen die aufgehängte Puppe vorzugehen. Helen Goss, Sprecherin des Bezirks West Hollywood, begründete die Haltung auf klassisch amerikanische Weise: „Die Leute haben ein Recht auf Meinungsfreiheit". Der Gipfel der Giebelverschönerung: Auf dem Dach desselben Hauses geht ein in Pappe gehaltener McCain in Flammen auf.
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Morisette rechtfertigt seine Aktion so: „Wenn ich Barach Obama aufgehängt hätte, wäre das viel schlimmer gewesen. Das Bild eines aufgeknüpften schwarzen Mannes ist weitaus schockierender. Jemand hätte die Puppe mit Sicherheit zerstört". (mso)