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09.08.2009ZERFLEISCHEN SICH DIE ISLAMISTEN SELBST?

Pakistanischer Taliban-Anführer getötet - blutiger Machtkampf um die Nachfolge

Am Mittwoch dieser Woche ist der Anführer der Taliban in Pakistan, Baitullah Mehsud, durch einen Angriff einer US-amerikanischen Drohne ums Leben gekommen. Die zwei abgefeuerten Raketen töteten außerdem eine Ehefrau Mehsuds, einen Schwager und sieben Leibwächter. Die Taliban wollten ursprünglich am Freitag einen Nachfolger Mehsuds benennen - doch um den vakanten Platz an der Spitze der Islamistenbewegung ist ein Machtkampf ausgebrochen, der mit allen Mitteln ausgefochten wird.

Der Talibanführer kam im Haus der Eltern seiner zweiten Ehefrau in Süd-Waziristan ums Leben. Die Region liegt an der Grenze zu Afghanistan und gilt als Rückzugsort für afghanische und pakistanische Rebellen. Waziristan ist die Hochburg von Mehsuds Terrorvereinigung Therik-e-Taliban. Die radikalen Islamisten agieren dort mehrheitlich unbehindert und stehen in Kontakt zu dem afghanischen Taliban-Anführer Mullah Omar. 

Der Pakistani soll für den Tod zahlreicher Menschen verantwortlich sein. Die Therik-e-Taliban verübten Dutzende von Selbstmordattentaten in Pakistan und unterstützen das Terrornetzwerk al-Qaida. Die US-amerikanische Regierung hatte ein Kopfgeld von fünf Millionen US-Dollar (umgerechnet etwa 3,5 Millionen Euro) auf den 35-Jährigen ausgesetzt, die pakistanische noch einmal 500.000. In Pakistan galt der Extremist als Staatsfeind Nummer eins. 

Mehsud soll auch als Drahtzieher für den Mord an der pakistanischen Ex-Premierministerin Benazir Bhutto verantwortlich sein. Die Oppositionsführerin starb bei einer Wahlkundgebung im Dezember 2007, zwei Wochen vor den Parlamentswahlen, als sich ein Selbstmordattentäter in die Luft sprengte. Der Tod Mehsuds ist für die pakistanischen Ermittler daher ein großer Erfolg. 

Einen würdigen Nachfolger für den getöteten Taliban-Führer zu finden, ist nicht leicht. Die Talibankämpfer Hakimullah Mehsud, Maulana Azmatullah und Wali ur-Rehman gelten als mögliche Kandidaten. Doch die drei Anwärter liefern sich einen blutigen Machtkampf, bei dem einer der drei Kandidaten bereits ums Leben gekommen sein soll.

Wie pakistanische Medien am Samstag übereinstimmend berichteten, seien bei der Ratsversammlung zur Einsetzung eines neuen Anführers Schüsse gefallen. Dabei sollen entweder Wali ur-Rehman oder Hakimullah Mehsud ums Leben gekommen sein. "Wir haben Informationen, dass einer der beiden getötet wurde", bestätigte der pakistanische Innenminister Rehman Malik. Welcher der beiden bei dem Schusswechsel starb, ist noch unklar. Ein Geheimdienstmitarbeiter, der sich am Samstag am Ort des Geschehens aufgehalten hatte, sagte, nach seinen Informationen sei Hakimullah Mehsud ums Leben gekommen.

Der Schießerei sei angeblich ein hitziger Streit unter den Teilnehmern der Versammlung vorausgegangen, bei dem es vor allem um die künftige Strategie der pakistanischen Taliban ging. Die Islamistenbewegung sei sich Experten zufolge uneins, ob sie ihre Kräfte weiterhin gegen die pakistanische Regierung bündeln oder sich mehr dem Kampf im benachbarten Afghanisten widmen soll.

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Dennoch sehen sich der pakistanische und der US-amerikanische Geheimdienst einem unverändert starken Gegner gegenüber. Die Zahl der Selbstmordattentäter nimmt ständig weiter zu. Erst vergangene Woche konnten Ermittler zwanzig Jungen im Alter von zehn bis fünfzehn Jahren befreien, die Talibankämpfer zu Selbstmordattentätern hatten ausbilden wollen. Die Kinder stammten aus armen Familien und wurden teilweise von den Taliban entführt.

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