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Nordkorea und der Atombombentest: Kim Jong II trumpft auf

11.11.2009SCHUSSWECHSEL IM GELBEN MEER

Nordkorea: Spannung mit Kerkerstaat nach Seegefecht am Höhepunkt

Im Gelben Meer haben sich am gestrigen Dienstag nordkoreanische und südkoreanische Marineschiffen ein Seegefecht geliefert. Das Scharmützel fand im umstrittenen Seegrenzgebiet der beiden Länder statt. Beide Seiten beschuldigten anschließend die jeweils andere, den Vorfall verursacht zu haben.

Nach Darstellung des südkoreanischen Generalstabs hatte ein nordkoreanisches Patrouillenboot die Seegrenze im Gelben Meer vor der Westküste der koreanischen Halbinsel überquert. Ein südkoreanisches Kriegsschiff gab Warnschüsse ab, woraufhin das nordkoreanische Patrouillenboot das Feuer eröffnete. Das Feuer sei erwidert worden, gab die Regierung in Seoul bekannt. Das nordkoreanische Patrouillenboot wurde im Verlauf des Gefechts aber laut Militärangaben aus Seoul stark beschädigt und drehte in Richtung Norden ab.

"Das Gefecht ereignete sich, nachdem die nordkoreanische Seite unsere verbalen Warnungen und Warnschüsse missachtet und direkt unsere Schnellboote angegriffen hat", erklärte Südkoreas Ministerpräsident Chung Un-Chan der Agentur Yonhap zufolge vor dem Parlament in Seoul. Chung nannte den Zwischenfall eine "zufällige Kampfhandlung". Die südkoreanische Marine hat keine Toten oder Verletzten zu beklagen, über mögliche nordkoreanische Opfer lagen keine Angaben vor.

Der kommunistische Norden sprach indessen in einer von den staatlichen Medien veröffentlichten Erklärung des obersten Kommandos der Volksarmee von einer "Provokation" seitens des Südens, für die sich Südkorea entschuldigen müsse. In der Erklärung heißt es, ein Patrouillenboot der Volksarmee sei bei einer Routinefahrt auf der Spur eines nicht identifizierbaren Objekts gewesen, als "eine Gruppe von Kriegsschiffen der südkoreanischen Streitkräfte das Boot verfolgten und die schwere Provokation unternahmen, es zu beschießen". Gegen den Vorwurf der Grenzverletzung verwehrte sich die Führung in Pjöngjang jedoch.

Die Seegrenzen sind seit dem Krieg zwischen den beiden Staaten in den 50er Jahren nicht eindeutig geklärt. Nach der Vereinbarung eines Waffenstillstandes erklärte ein UN-Kommando unter US-Führung 1953 einseitig, wo die sogenannte 'Northern Limit Line' (NLL) verläuft. Nordkorea erkannte diese nördliche Grenzlinie nie an. Eine Friedensabkommen gibt es bis heute nicht.

Bereits in den Jahren 1999 und 2002 hatte es ähnliche Gefechte zwischen den beiden Staaten gegeben, in deren Verlauf auch Tote fielen. Die Auseinandersetzungen fanden beide Male im Juni statt, wenn im lößreichen Schwemmsand des Gelben Meeres der Höhepunkt der dreimonatigen Krabbensaison einsetzt. Dann konkurrieren dort die Fischereiflotten um die Schwärme.

Unterdessen hat sich die US-Regierung nach langen Beratungen zu direkten Gesprächen mit Pjöngjang entschlossen. Wie am Montagabend aus Regierungskreisen in Washington bekannt wurde, hat Präsident Barack Obama vor, den Sondergesandten Stephen Bosworth zu Gesprächen über das nordkoreanische Atomprogramm nach Pjöngjang zu senden. Ein genauer Termin steht allerdings noch nicht fest.

Die kommunistische Führung Nordkoreas hatte sich vor kurzem grundsätzlich bereit erklärt, die Verhandlungen über sein Atomprogramm mit den USA, Südkorea, China, Japan und Russland wieder aufzunehmen. Als Voraussetzung forderte Kim Jong Il, Machthaber in Nordkorea, jedoch bilaterale Gespräche mit den USA.

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Obama fliegt derweil am heutigen Mittwoch nach Asien. Auf seiner Fernostreise wird der oberste Befehlshaber der Vereinigten Staaten in Japan, Singapur, China und Südkorea Halt machen - also auch in drei der asiatischen Staaten, die bei den Atomverhandlungen mit Nordkorea eine entscheidende Rolle spielen.

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