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NATO in Afghanistan: Bundeswehr-Einsatz im Kreuzfeuer der Kritik

19.02.2009MILITÄREINSATZ SOLL VERSTÄRKT WERDEN

NATO-Gipfel zu Afghanistan: USA machen Druck auf Europa

Am heutigen Donnerstag beraten die Verteidigungsminister der 26 NATO-Staaten im polnischen Krakau hinsichtlich eines stärkeren Engagements in Afghanistan. US-Präsident Barack Obama hatte am Mittwoch angekündigt, 17.000 zusätzliche amerikanische Soldaten nach Afghanistan zu schicken. Das ist die erste konkrete Bestätigung, dass die Politik von Obama in Afghanistan mitnichten milder sein wird, als die seines Vorgängers.

Der neue Präsident hat außerdem die amerikanischen Angriffe mit Drohnen auf Al-Qaida- und Talibanführer, die sich im Stammesgebiet jenseits der pakistanischen Grenze verstecken, verstärkt. Laut der US-Regierung kann der Präsident von Afghanistan Hamid Karsai bei der Wahl im Sommer kaum mit Amerikas Unterstützung rechnen: Er gehe zu unentschlossen vor und habe keine Kontrolle über die Entwicklung im Land.

Während des zweitägigen Treffens wird von den USA auch erhöhter Druck auf die europäischen Verbündeten erwartet: Sie sollen mehr für die Stabilisierung des Landes am Hindukusch tun. Die von der NATO geführte Schutztruppe ISAF hat derzeit rund 56.000 Soldaten in Afghanistan stationiert, wovon 3.500 Angehörige der Bundeswehr sind.

Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung wird nach Angaben aus Diplomatenkreisen darauf bestehen, dass die Bundesregierung keine erneute Ausweitung des Afghanistan-Mandats für die Bundeswehr plant. Allerdings sollen 600 Bundeswehrsoldaten für drei bis vier Monate zur Absicherung der Präsidentenwahl im August zusätzlich nach Afghanistan geschickt werden.

Das US-Magazin 'Newsweek' warnte indessen in einer Titelgeschichte, Afghanistan drohe zu "Obama's Vietnam" zu werden. Als der Washingtoner Büroleiter der 'New York Times', David Sanger, im Aspen-Institut die Einschränkungen europäischer Verbündeter für den Einsatz ihrer Truppen in Afghanistan aufzählte, reagierte die Runde mit Gelächter. "So kann man keinen Krieg gewinnen." Die Zahl der US-Soldaten in Afghanistan steigt bis zum Sommer auf 55.000, das ist 15 Mal so viel wie die Zahl der deutschen Soldaten, obwohl die USA nur viermal so viele Einwohner haben.

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Der Oberkommandierende der verbündeten Truppen in Afghanistan, David McKiernan, warnt: Es sei trotz Verstärkung unwahrscheinlich, dass sich die instabile, von Gewalt geprägte Lage im Land rasch ändere. "Ich muss Ihnen sagen, dass 2009 ein schwieriges Jahr wird", so McKiernan. (olo)

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