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Mahmud Ahmadinedschad schreibt George W. Bush Brief

14.07.2009VORWURF DER 'ISLAMOPHOBIE'

Mord an Marwa el Sherbini: Ahmadinedschad fordert Bestrafung Deutschlands

Am vergangenen Sonntag hat Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad Deutschland für den Mord an der Muslima Marwa el Sherbini verantwortlich gemacht. Ahmadinedschad forderte die UN auf, Sanktionen gegen das Land zu verhängen. Der Iraner gießt damit Öl ins Feuer der Debatten um Ausländerfeindlichkeit in Deutschland. Anfang Juli hatte ein Angeklagter eine muslimische Zeugin aus islamfeindlichen Gründen niedergestochen.

Wie staatliche Medien mitteilten, ließ Ahmadinedschad harte Worte fallen: "Der Richter, die Schöffen und die deutsche Regierung sind diesbezüglich alle Kriminelle." Der 52-Jährige rief außerdem den UN-Sicherheitsrat dazu auf, Deutschland zu verurteilen. Der Westen praktiziere eine Doppelmoral, was Menschenrechte anginge.

Am Sonntag hatten radikale Iraner vor der deutschen Botschaft in Teheran demonstriert. Bei den Freitagsgebeten wurden zornige Worte laut; die iranische Medien nannten Marwa el Sherbini eine Märtyrerin. Der Iran bestellte den deutschen Botschafter ein und forderte von ihm besseren Schutz von religiösen Minderheiten in Deutschland. Angehörige hatten Sherbini am vergangenen Montag in Kairo beerdigt. Auch dort kam es bei der Trauerfeier in einer Moschee zu Zeugnissen von Wut auf Deutschland.

Inzwischen hat auch die Bundesregierung reagiert. Nach einer Pressekonferenz bereits zehn Tage nach dem Mord äußerte sich ein Sprecher von Bundeskanzlerin Angela Merkel: "Deutschland hat keinen Platz für Fremdenfeindlichkeit oder Islamophobie." Der Zentralrat der Muslime wünschte sich eine noch weitergehendes Signal für den "gemeinsamen Kampf gegen Antisemitismus und Islamfeindlichkeit, die nichts anderes als Menschenverachtung sind", so die 'Welt'. Mehrere deutsche Politiker nahmen am Samstag an einer Trauerfeier für Marwa el Sherbini teil.

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Der angeklagte Russlanddeutsche Alex W. hatte am 1. Juli die Ägypterin Marwa E. mit 18 Messerstichen in einem Dresdner Gerichtssaal getötet. Die schwangere E. hatte den 28-Jährigen wegen Beleidigung angeklagt. W. hatte die junge Mutter Ende 2008 als Terroristin, Islamistin und Schlampe beschimpft. Das Gericht verurteilte den Mann zu einer Geldstrafe. Anscheinend hat die blutige Tat islamfeindliche Hintergründe. Demnach wäre der Mord an Marwa E. der erste in Deutschland mit islamophoben Motiven. (nhe)

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