Die Vereinigten Staaten wollen bis zu 30.000 zusätzliche Soldaten in die Krisenregion nach Afghanistan entsenden. Ziel ist es, das Wiederaufleben der radikal-islamischen Taliban besser zu unterbinden. Die Zahl der amerikanischen Streitkräfte am Hindukusch würde sich damit auf 61.000 verdoppeln. Auch die Europäer sollen sich nach enstprechenden Wünschen der NATO stärker vor Ort engagieren.
Die genaue Zahl der zu entsendenden US-Soldaten stehe noch nicht fest, teilte US-Generalstabschefs Mike Mullen am Wochenende in Kabul mit. „Nach heutigem Stand werden es aber 20.000 bis 30.000 sein." Bislang hatten die USA 20.000 Soldaten in Aussicht gestellt. Der designierte US-Präsident Barack Obama muss den Plänen noch zustimmen. Mullen erklärte jedoch zuversichtlich: „Es besteht Einigkeit über den Bedarf. Es ist also keine Frage ob, sondern wann."
Der angekündigte Nachschub in die Gebirsregion soll allerspätestens im Sommer 2009 erfolgen. Derzeit sind in Afghanistan rund 31.000 US-Soldaten stationiert, die partiell unter NATO-Kommando stehen. Mit 30.000 zusätzlichen Soldaten würde die USA ihre Präsenz in Afghanistan auf 61.000 verdoppeln. Die Aufstockung sei möglich geworden, weil die USA einen Teil ihrer Truppen im Irak abziehen können, erkärte Mullen.
Nach der Ankündigung der Verstärkung der US-Truppen forderte auch die NATO ihre Mitgliedstaaten auf, eine stärkere Präsenz am Hindukusch zu forcieren. Der NATO-Oberkommandierende in Afghanistan, US-General David McKiernan, verlangte weitere Soldaten, um im Süden und Osten des Landes gegen die wiedererstarkten Taliban effektiver vorzugehen zu können.
Das Militärbündnis wolle zudem sichergehen, dass ein angemessenerer Lastenausgleich zwischen den Vereinigten Staaten und den restlichen Alliierten bestehe, teilte ein NATO-Sprecher am Sonntag mit. Vor allem von Seiten der europäischen Bündnispartner erhoffe man sich eine Aufstockung der Truppen. Die NATO-Truppe zählt derzeit 51.000 Soldaten, rund 3.500 stellt die Bundeswehr.
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Die gewaltsamen Konflikte in Afghanistan hatten in diesem Jahr stark zugenommen und sieben Jahre nach dem Sturz der Taliban im Jahr 2001 ein Höchstniveau erreicht. Die Kampfmoral der alliierten Soldaten war zuletzt gesunken, als britische, kanadische und niederländische Truppen im Süden des Landes hohe Verluste hinnehmen mussten. Sie sollen nun von zusätzlichen US-Soldaten Unterstützung im Kampf gegen die Taliban erhalten. (sk)