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Martti Ahtisaari legt Kosovo-Plan vor: 'Seid vernünftig!’

10.10.2008RUSSLAND TOBT

Kosovo-Vermittler Martti Ahtisaari bekommt den Friedensnobelpreis

Der diesjährige Friedensnobelpreis ist dem ehemaligen finnischen Staatspräsidenten und Friedensvermittler Martti Ahtisaari zugesprochen worden. Der 71-Jährige hat sich in den vergangenen dreißig Jahren um die Lösung von Konflikten auf mehreren Kontinenten verdient gemacht. Den mit zehn Millionen Kronen dotierte Preis möchte Ahtisaari voraussichtlich für sein CMI-Institut, das sich mit Krisenmanagement befasst, verwenden.

Im norwegischen Rundfunksender NRK kommentierte der frisch gekürte Preisträger die Ehrung so: „Natürlich bin ich sehr zufrieden mit der Entscheidung des Nobelkommitees. Und auch erfreut. Am allerwichtigsten von all meinen Einsätzen war natürlich der Einsatz bei der Unabhängigkeit von Namibia. Dort war ich über 13 Jahre lang engagiert. Aceh und Kosovo sind aber auch sehr wichtig gewesen."

Der Finne gilt als einer der erfahrensten Diplomaten der Welt. Von 1994 bis 2000 war Ahtisaari finnisches Staatsoberhaupt. Der Friedensdienst für internationale Hilfsorganisationen war ihm jedoch immer zuerst wichtig gewesen. Insofern war sein Staatsdienst als Präsident nur ein Zwischenspiel.

Erste politische Erfahrungen sammelte der Finne im diplomatischen Dienst. Von 1977 bis 1981 und Ende der achziger Jahre arbeitete der umtriebige Tausendsassa als UN-Kommissar für Namibia. Am Balkankonflikt mühte er sich zwischen 1991 bis 1993 ab, als er Chef einer UN-Arbeitsgruppe Bosnien-Herzigowina war. Schließlich trug der Karrierediplomat im Kosovo zur Unabhängigkeit der früheren serbischen Provinz bei.

Im Jahre 2000 gründete Ahtisaari das kleine CMI-Institut in Helsinki. Er übernahm Aufträge wie etwa die Überwachung einer Entwaffnungsaktion bei der nordirischen IRA. Außerdem vermittelte Ahtisaari erfolgreich im Bürgerkrieg zwischen der indonesischen Regierung und der Separatistenbewegung „freies Aceh". Seine Vermittlertätigkeit mündete 2005 in einem Friedensvertrag.

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Für die UN befaüte sich der Finne mit Sicherheitsproblemen im Irak, am Horn von Afrika und Zentralasien. Der Friedensnobelpreis geht folgerichtig an einen Mann, der sich in seinem Leben maßgeblich der Vermittlung von Konflikten verschrieb - auch, wenn er sie nicht immer zu lösen vermochte. (lkl)

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