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Kaukasus-Konflikt: Medwedew rechtfertigt Anerkennung in der 'Financial Times'

27.08.2008'KEINE ANDERE WAHL'

Kaukasus-Konflikt: Medwedew rechtfertigt Anerkennung in der 'Financial Times'

In einem Gastbeitrag für die Mittwochsausgabe der britischen 'Financial Times' hat der russische Präsident Dmitri Medwedew die Anerkennung abtrünnigen Provinzen Abchasien und Südossetien rechtfertigt. Medwedew zufolge hätte Russland "keine andere Wahl“ gehabt. Die georgischen Aggressionen in Abchasien und Südossetien hätten entschlossenen Eingreifens bedurft, um weiteres Blutvergießen zu verhindern. Medwedew geißelte zudem den georgischen Präsidenten Micheil Saakaschwili als "Wahnsinnigen".

Die Entscheidung, Abchasien und Südossetien anzuerkennen, sei nicht "ohne vollständige Berücksichtigung der Konsequenzen" gefallen, schrieb der russische Präsident. Georgien hätte seit seiner Unabhängigkeit Minderheiten im Land "nicht mit dem wohlverdienten Respekt behandelt". Abchasien und Südossetien seien "Pulverfässe vor Russlands Haustür", die die russischen "Friedenswächter" vom Entzünden abhalten wollten.

Medwedew warf der westlichen Gemeinschaft außerdem vor, eine verzerrte Wahrnehmung des Konflikts zu besitzen. Außerdem hätte der Westen mit der "voreiligen" Anerkennung des Kosovo dazu beigetragen, dass Russland jetzt auch Abchasien sowie Südossetien anerkennen müsse. "Wir haben stets eingewendet, dass es unmöglich sein wird, den Abchasiern und Südosseten (sowie Dutzenden anderer Volksgruppen auf der Welt) zu erklären, dass nicht gut für sie ist, was gut für die Kosovo-Albaner ist", so der russische Präsident. Man könne für die beiden Fälle keine unterschiedlichen Maßstäbe anlegen.

Den georgischen Präsidenten Micheil Saakaschwili nannte Medwedew "einen Wahnsinnigen". Im Hinblick auf den Ausbruch des Krieges schrieb Medwedew: "Hat er wirklich geglaubt, Russland würde tatenlos zusehen, wie er einen Totalangriff auf die schlafende Stadt Zchinwali startet und Hunderte friedvoller Zivilisten tötet, von denen die meisten russischen Bürger sind?" Moskau hatte in den vergangenen Jahren an einen Großteil der Einwohner Abchasiens und Südossetiens russische Pässe verteilt.

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Medwedew hatte am gestrigen Dienstag in Sotschi die offizielle Anerkennung der beiden abtrünnigen Provinzen bestätigt. Die westliche Staatengemeinschaft kritisierte den Schritt scharf. Die Mehrheit der Bürger in Abchasien und Südossetien betrachtet Russland allerdings als engen Freund und Partner. (fr)

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