Seit dem gestrigen Donnerstag ist John McCain offizieller Präsidentschaftskandidat der us-Republikaner und tritt am vierten November gegen den Demokraten Barack Obama an. Der 72-Jährige ist der älteste Präsidentschaftskandidat in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Zum Ausgleich hat er sich jedoch eine junge Vize-Kandidatin ausgewählt. Die 44-jährige Sarah Palin ist sogar noch jünger als Obama. Diesen hatte sie bei Ihrer ersten Wahlkampfrede auch bereits heftig kritisiert.
John McCain hat am gestrigen Donnerstag auf dem Parteitag der US-Republikaner in Minneapolis-St. Paul im US-Bundesstaat Missouri die Nominierung als Kandidat für das Amt des US-Präsidenten angenommen. Der 72- gilt als erfahrener Staatsmann, als Patriot und als gesetzt. So fand der Senator aus Arizona und Vietnamkriegsveteran in seiner Rede vor den Delegierten und dem Publikum auch für seinen Gegner Obama respektvolle Worte. Trotz vorhandener Differenzen gebe es zwischen ihm und dem Demokraten mehr Verbindendes als Trennendes, verkündete McCain.
Nach seinem Wahlsieg im November werde er deshalb auch parteiübergreifend allen die Hand entgegenstrecken, um das Land wieder aufblühen zu lassen, so der republikanische Präsidentschaftskandidat. Weniger versöhnlich zeigte sich hingegen Palin. Energisch bis aggressiv eröffnete die 44-Jährige den Wahlkampf gegen die Demokraten. In ihrer ersten Rede nach der Ernennung zur Vize-Kandidatin McCains teilte sie gegen Obama aus, und warf ihm vor, fehlende politische Inhalte mit hochtrabenden Formulierungen zu kaschieren.
„Was genau will er vollbringen, nachdem er das Meer geteilt und den Planet geheilt hat?", stellte sie spöttisch in den Raum. Mit ihrer jungen, dynamischen Art bildete sie die perfekte Ergänzung zu dem ruhigen bis angestaubten McCain. Wie Obama gibt sie sich als Reformerin, die mit Traditionen brechen will. Das heilige Thema Familie und ihr Schutz jedoch bleiben davon ausgenommen. Bei Konservativen ist Palin beliebt, weil sie Abtreibung ablehnt und Waffenbesitz befürwortet.
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Erstaunlich an McCains Rede war, dass sie sich gegen die amtierende Regierung richtete. Mit den Worten „Der Wechsel muss kommen", verwiese er auf seine Vorhaben wie Steuersenkung, Senkung der Staatsausgaben und ansteigende Löhne. „Lasst mich schon vorab die alte Garde in Washington warnen, die für große Staatsausgaben ist, die nichts tut, die sich an die allererste Stelle und das Land an die zweite Stelle setzt: Der Wechsel kommt. Ich werde die Dinge in Washington wieder in Ordnung bringen, für euch arbeiten", so McCain.