Noch ist die Waffenruhe zwischen Israel und der radikal-islamischen Hamas nur wenige Tage alt, und schon hat die im Gazastreifen nach einem Militärputsch herrschende Palästinenserorganisation ein Ende der westlichen Boykottpolitik gefordert. Dabei stößt sie jedoch auf unveränderten Widerstand seitens der westlichen Staatengemeinschaft. Jeden Tag, den die Waffenruhe hält, kiemt jedoch ein weiteres Stück Hoffnung auf.
Die frisch geschlossene Waffenruhe zwischen Israel und den Hamas soll "eine Dynamik schaffen, die die Fortsetzung eines politischen Dialogs ermöglicht", hofft nicht nur EU-Außenbeauftragter Javier Solana. Doch das gewünschte Anhalten der Waffenruhe hat seinen Preis - und den hat die radikalislamistische Hamas bereits offen genannt: Die internationale Gemeinschaft müsse nicht nur die bisherigen Sanktionsmaßnahmen aufgeben, sondern auch den Wahlsieg von 2006 anerkennen, forderte Hamas-Sprecher Sami Abu Suhri.
Die radikalislamistischen Forderungen stoßen indessen auf strikte Abwehr vonseiten Israels, der USA und Deutschlands. Diese fordern ihrerseits die Anerkennung des israelischen Staates inklusive aller israelisch-palästinensischer Verträge, sowie die Aufgabe jeglicher terroristischer Gewalt.
Damit hat sich an den altbekannten Fronten bislang nichts Bahnbrechendes getan, weshalb der bewährte Vermittler Ägypten erneut auf den Plan tritt. Der israelische Premierminister Ehud Olmert will bereits am kommenden Dienstag Gespräche mit dem ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak in Kairo führen. Unter anderem sollen Verhandlungen über einen Gefangenenaustausch zwischen Israel und der Hamas stattfinden.
Unterdessen bangt die Bevölkerung im Gazastreifen um Besserung der anhaltenden katastrophalen Lebensbedingungen: Für den gestrigen Sonntag hatten Israelis und Hamas die teilweise Öffnung der Warenübergänge in den Gazastreifen sowie die Lockerung der Transportbeschränkungen vereinbart. Bleibt zu hoffen, dass die Waffenruhe weiter anhält und das zarte Hoffnungspflänzchen nicht vorher eingeht.(sbe)