Am vierten Tag nach Beginn des Krieges im Nahen Osten hat die israelische Luftwaffe mehrere Regierungsgebäude der radikal-islamischen Hamas unter Beschuss genommen. Das Außenministerium wurde bei dem Angriff vollständig zerstört. Der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak kündigte an, den „Krieg bis zum bitteren Ende“ fortführen zu wollen.
Auch am vierten Tag nach Beginn der isrealischen Offensive blieb der Gazastreifen von erneuten Luftangriffen nicht verschont. In der Nacht zum Dienstag kamen nach palästinensischen Angaben mindestens zehn Menschen ums Leben, über vierzig wurden verletzt. In Israel starben nach Behördenangaben zwei Menschen durch palästinensische Raketen. Die Europäische Union teilte mit, bei einem Sondertreffen der 27 EU-Außenminister am Abend über die Lage in der Region beraten zu wollen.
Mehrere Regierungsgebäude der islamistischen Hamas und Einrichtungen der Sicherheitskräfte bildeten die neuen Ziele der israelischen Luftangriffe, wie Augenzeugen und Vertreter der radikal-islamischen Hamas berichteten. Israelische Fluggeschwader flogen die Ministerien der Hamas an und setzten sie unter Beschuss. Das Außenministerium wurde dabei vollständig zerstört. Auch das Verteidigungs- und das Finanzministerium sowie der Sitz des Regierungschefs wurden angegriffen.
Unterdessen kam es auf hoher See zu einem kleinen Zwischenfall. Ein israelisches Patrouillenboot rammte am Dienstagmorgen im Mittelmeer ein Schiff mit internationalen Friedensaktivisten, die medizinische Hilfsgüter in den Gaza-Streifen transportieren wollten. Das Boot 'Dignity' wurde Medienangaben zufolge beschädigt. An den Aufbauten seien vor allem Glasscheiben zu Bruch gegangen, berichtete CNN-Reporter Karl Penhaul. Auch eine geringe Menge Wasser sei in das Boot eingedrungen. Allerdings sei der Zustand nicht bedrohlich.
Israel will die Angriffe im Gazastreifen nach Angaben seiner UNO-Botschafterin Gabriela Schalew so lange fortsetzen, bis die Hamas vollständig vernichtet ist. Die Offensive werde andauern, bis dieses Ziel erreicht sei, erklärte Schalew am Montag in New York mit Nachdruck. Israel lehnte zudem eine Waffenruhe mit der Hamas ab, solange die Gefahr von Raketenangriffen aus dem Gazastreifen nicht gebannt ist. „Es gibt keinen Raum für eine Waffenruhe", ließ Innenminister Meir Schitrit am vierten Tag der israelischen Luftangriffe im Radio verkünden.
Die Armee dürfe ihren Einsatz erst beenden, wenn der Wille der radikal-islamischen Hamas zur Fortsetzung der Raketenangriffe gebrochen sei. „Dies ist das Ziel und es muss erreicht werden", sagte Schitrit weiter. Israels Verteidigungsminister Ehud Barak hatte der Hamas bereits am Montag mit einem „Krieg bis zum bitteren Ende" gedroht. Barak kündigte in der Knesset an, die bisherige Operation werde ausgedehnt, wenn dies notwendig sei. Die Armee erklärte das Gebiet um den Gazastreifen herum zur militärischen Sperrzone. Beobachter befürchten nun eine bevorstehende Bodenoffensive.
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Seit Beginn der Luftschläge am Samstag starben dem Leiter der Rettungsdienste, Moawija Hassanein, zufolge 360 Menschen, etwa 1700 Menschen erlitten teils schwere Verletzungen. Auf israelischer Seite kam in der Nacht zum Dienstag ein Soldat durch einen Mörser ums Leben. Er wurde in der Nähe des Gazastreifens auf seinem Stützpunkt getötet. Zuvor waren im südlichen Teil Israels ein Mann und eine Frau bei Raketenangriffen militanter Pälastinenser ums Leben gekommen. UNO-Generalsekretär Ban-Ki-Moon forderte die arabischen Außenminister auf, bei ihrer geplanten Sondersitzung entschieden für einen sofortigen Waffenstillstand im Gazastreifen einzutreten. (sk)