Noch vor wenigen Stunden hatte Israels Ministerpräsident Ehud Olmert angekündigt, die Grenze zum Gazastreifen für Hilfslieferungen öffnen zu wollen. Jetzt überquerten allerdings erstmal israelische Panzer die Grenze zum Gazastreifen. Das israelische Militär spricht von einer "Routineoperation“, um versteckte Sprengfallen aufzuspüren.
Am heutigen Dienstag drangen drei Panzer und zwei Planierraupen in der Nähe von Rafah bis zu 100 Meter in den südlichen Gazastreifen vor. Das berichten palästinensische Augenzeugen. Nach Angaben einer Armeesprecherin in Tel Aviv handelt sich dabei um eine kleine Einheit, die das Gebiet entlang des Grenzzaunes nach versteckten Sprengsätzen durchkämmen soll. Militante Palästinenser sollen auf die israelischen Soldaten zwei Mörsergranaten abgefeuert haben. Verletzte soll es bislang nicht gegeben haben.
Der innenpolitische Sprecher der Hamas in Gaza hatte Israel bereits vergangenen Dienstag vorgeworfen, die vor fünf Monaten ausgehandelte Waffenruhe zu brechen. Am 19. Juni hatten Israel und die militanten Palästinensergruppen im Gazastreifen einen Waffenstillstand vereinbart. Vor zwei Wochen war es von beiden Seiten zu mehrfachen Verstößen gegen die von Ägypten ausgehandelte Vereinbarung gekommen.
Bei zwei Einsätze im Gazastreifen töteten israelische Soldaten mindestens zehn mutmaßliche palästinensische Extremisten. Gleichzeitig feuerten die Hamas und andere radikale Gruppen mehr als 100 Raketen auf des israelische Grenzgebiet ab. Als Reaktion auf den Raketenbeschuss ließ Israel die Grenzübergänge zum Gaza fast vollständig abriegeln. Der Gazastreifen wird seit Juni vergangenen Jahres von der radikal-islamischen Hamas kontrolliert.
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Am vergangenen Samstag hatte der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak mit einer Militäroffensive im Gazastreifen gedroht. „Es ist möglich, dass die Zeit kommt, in der eine groß angelegte Militäroperation nötig wird", so Barak in einer Rede in der Küstenstadt Netanja. Die israelische Armee sei vorbereitet für eine Großoffensive. Der Hamas-Sprecher Fausi Barhum kündigte daraufhin am Sonntag an, jede militärische Aktion seitens der Israelis im Gazastreifen unverzüglich zu beantworten. Auf jede „zionistische Offensive oder Angriffe gegen unser Volk" werde die Hamas „hart" reagieren. (sk)