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Island wegen Walfang weiter am Pranger - Demo in Berlin

07.10.2009WINK MIT DEM ZEIGEFINGER

Island wegen Walfang weiter am Pranger - Demo in Berlin

Der IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) hat am heutigen Mittwoch vor der isländischen Botschaft in Berlin demonstriert. Mit einem riesigen Finger zeigten die Aktivisten auf Island, um auf den zunehmenden Walfang der Inselnation aufmerksam zu machen und dagegen zu protestieren.

Isländische Walfänger erlegten in der erst kürzlich beendeten Saison 205 Wale, davon 125 der bedrohten Finnwale und 80 Zwergwale. Inzwischen sind dort über 1.500 Tonnen Walfleisch in Kühlhäusern gelagert.

"Wir und 26 Nationen zeigen mit dem Finger auf Island," so Andreas Dinkelmeyer vom IFAW. "Denn Island ist verantwortlich für den grausamen und unnötigen Tod von Zwergwalen und gefährdeten Finnwalen. Die Fleischberge türmen sich in den Lagerhäusern. Der einzige erfolgreiche Walfleisch-Export der letzten Monate waren drei Kilogramm nach Grönland."

26 Länder drücken letzten Freitag mit einer formalen Protestnote ihre "tiefe Enttäuschung" über Islands Entscheidung aus, den kommerziellen Walfang wieder zu erlauben.

"Island sollte endlich zur Vernunft kommen und sich nicht weiter an den Rand der Staatengemeinschaft stellen. Die überwältigende Mehrheit der Menschen lehnen den Walfang ab, weil er grausam ist. Manche Wale kämpfen über eine halbe Stunde mit dem Tod," so Dinkelmeyer weiter.

Der isländische Fischereiminister Steingrimur J. Sigfusson hatte im Februar eine einjährige Quote von 200 Finnwalen und 200 Zwergwalen festgesetzt. Zugleich versprach er eine Überprüfung des Walfangs. Auslöser dafür war eine Entscheidung des Fischereiministers der Vorgängerregierung, Einar K. Gudfinnsson. In seinen letzten Amtstagen und nach Rücktritt seiner Regierung hatte er noch eine Fangquote für den kommerziellen Walfang erlassen. Demnach sollten bis 2014 jährlich 150 der gefährdeten Finnwale und 100 Zwergwale erlegt werden.

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Die Weltnaturschutzunion IUCN führt den Finnwal auf der roten Liste. Die weltweite Population dieser Art hat über die letzten drei Generationen (1927 bis 2007) um über 70 Prozent abgenommen.

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