Einem Bericht des iranischen staatlichen Fernsehens zufolge haben Streitkräfte des Golfstaates während eines Manövers vor der Küste am heutigen Mittwoch neun Lang-und Mittelstreckenraketen getestet. Die Tests sollen „nur einen kleinen Teil der nationalen Militärmacht denen zeigen, die den Iran in den vergangenen Wochen militärisch bedroht haben“, so der Luftwaffenkommandeur der Revolutionsgarden, General Salami.
Wegen des international umstrittenen Atomprogramms des Landes war es in letzter Zeit zu Spannungen zwischen Iran und Israel gekommen. Die USA forderten indessen einen sofortigen Stopp des iranischen Raketenprogramms.
Angaben zufolge befand sich unter den getesteten Raketen auch eine neue Version der Langstreckenrakete Shahab-3, die eine Reichweite von 2000 Kilometer haben soll. Damit könnte sie sowohl Israel, als auch US-Stützpunkte in der Golfregion erreichen. „Die Feinde" sollten sich ihre Politik genauestens überlegen, „da wir sie überall im Blick haben, so Salami. Westliche Experten bezweifeln das jedoch und schätzen die Reichweite der Rakete auf höchstens 1500 Kilometer.
Am gestrigen Dienstag hatte der Iran Israel und den USA mit massiver Vergeltung gedroht, falls diese die Atomanlagen des Landes angreifen sollten. Auch warnte der Iran vor einer Blockade der Straße von Hormus, was einen rapiden Anstieg der Rohölpreise zur Folge hatte.
Israel hatte im Juni dieses Jahres im Rahmen eines Manövers Flugzeuge über das östliche Mittelmeer geschickt. Wie aus US-Kreisen verlautete, könne dies eine Übung für einen Angriff auf eine iranische Atomanlage gewesen sein. Die USA und ihre Verbündeten werfen dem Iran seit längerer Zeit vor, unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms nach Nuklearwaffen zu streben. Die Regierung in Teheran weist den Vorwurf jedoch zurück. Das Land nütze die Atomkraft nur zur Stromgewinnung. Vor diesem Hintergrund hatten die Spannungen zwischen der iranischen Republik und Israel zuletzt stark zugenommen.
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Die USA forderten indessen den sofortigen Stopp des iranischen Raketenprogramms. Falls Teheran tatsächlich das Vertrauen der Weltgemeinschaft gewinnen wolle, müsse es den Bau und die Erprobung der Flugkörper einstellen, die auch als Träger für Atomwaffen eingesetzt werden könnten, so ein Sprecher des US-Präsidenten George W. Bush. Die USA will sich dennoch zusammen mit ihren Partnern um eine diplomatische Lösung des Konflikts bemühen, auch wenn für die USA und Israel ein Militäreinsatz als letztes Mittel denkbar ist. (mis)