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19.12.2007BOMBEN AUF DIE PKK

Irak übt scharfe Kritik an Luftangriffen der Türkei

Der irakische Außenminister Hoschiar Zebari hat scharfe Kritik an den Luftangriffen der Türkei auf die von Kurden bewohnten Gebiete im Nordirak geübt. Um seinen Protest zu äußern bestellte er den türkischen Botschafter in Bagdad ein. Er selbst ist kurdischer Abstammung und rügt vor allem, dass viele Zivilisten durch die Angriffe zu Schaden gekommen seien.

Das irakische Parlament bezeichnete die türkischen Luftangriffe auf die Stellungen der PKK (Kurdische Arbeiterpartei) als einen "grausamen Angriff" auf die Souveränität des Landes. Auch die kurdische Regionalregierung im Nordirak verurteilte den Vorstoß. "Die Türkei will ihr Problem auf unser Gebiet verlagern", so ein Sprecher des Präsidenten.

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Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur AFP ist eine neu aufgebaute und noch nicht eröffnete Schule im Dorf Kalatuka zerstört worden, als türkische Kampfjets am Wochenende erstmals Bomben abwarfen. Die Agentur zitierte einen Einwohner: "Erst zerstörte Saddam unsere Häuser, nun die Türkei".

Seitens der Türkei heißt es, dass die Operation auf Grundlage amerikanischer Geheimdienstinformationen erfolgt sei. Generalstabchef Yasar Büyükanit sagte: "Viel entscheidender ist aber, dass die Amerikaner uns gestern den irakischen Luftraum geöffnet haben", wie türkische Medien berichten. Der US-Botschafter in Ankara dementierte hingegen, dass die USA die Invasion erlaubt hätten, bestätigte aber: "Wir wurden vorab informiert". US-Präsident George W. Bush hatte der Türkei zuvor Geheimdienstinformationen versprochen, um besser gegen die PKK-Rebellen vorgehen zu können. Die USA, die UNO und die EU sehen die kurdische Arbeiterorganisation als Bedrohung an.

PKK-Experte Mehmet Farac schätzte die Operation als hauptsächlich "psychologischen" Schlag gegen die PKK-Milizen ein. "Sie dachten, die USA würden den Türken niemals den Freiraum geben, ernsthafte Angriffe gegen sie durchzuführen", so Farac. Diese Illusion hätten die Angriffe nun endgültig zerstört.

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan bestätigte weitere Einsätze der Türkei jenseits der Grenzen im Nordirak: "Unsere Armee wird weiterhin alles Notwendige tun". Das türkische Parlament hatte die Regierung zu den Kampfeinsätzen ermächtigt. Die kurdische PKK kämpft seit Jahrzehnten um Autonomiegebiete an der türkisch-irakischen Grenze. (nr)

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