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23.07.2008VENEZOLANER ZEIGT ZÄHNE

Hugo Chávez kauft in Russland im großen Stil Waffen

Im Rahmen seines Russlandbesuchs hat der venezolanische Präsident Hugo Chávez nicht nur die Absicht verkündet, gemeinsam mit Russland ein Gaskartell ähnlich dem der OPEC gründen zu wollen, sondern auch den venezolanischen Kauf russischer Waffen publik gemacht. Das geschlossene Auftreten Russlands und Venezuela als Miltär- und Wirtschaftspartner stößt dabei insbesondere auf den Argwohn der USA.

Im Anschluss an ein Treffen zwischen Kremlchef Dmitri Medwedew und dem venezolanischen Staatschef Hugo Chávez in der Präsidentenresidenz nahe Moskau kündigten die beiden großen Öl- und Gasmächte für den Energiesektor verstärkte Zusammenarbeit an. Medwedew versuchte die von Gasimporten abhängigen Staaten zu beruhigen, indem er betonte: "Unsere Kooperation richtet sich nicht gegen Drittstaaten".

Im Beisein von Chávez und Medwedew unterzeichneten dann die drei russischen Konzerne Gazprom, Lukoil und TNK-BP sowie der venezolanischen Konzern PDVSA mehrere Kooperationsvereinbarungen zur gemeinsamen Ölförderung.

In Moskau machte Venezuelas Staatsoberhaupt zudem keinen Hehl daraus, dass er bei seiner geplanten Armee-Umrüstung bis zum Jahr 2012 auf russische Waffenlieferungen setzt. Aus diesem Grund war auch gleich der Chef der russischen Waffenexportbehörde, Sergej Tschemesow, vor Ort, als Chávez mit dem ehemaligen Präsidenten Wladimir Putin über die künftige militärische Zusammenarbeit mit Russland sprach. Auf der venezolanischen Einkaufsliste stehen Boden-Luft-Raketen, Panzer und U-Boote.

Das russische Gegenüber zeigte sich sehr wohlwollend, indem Putin erklärte, die gemeinsamen Wirtschaftsbeziehungen "in alle Richtungen" ausbauen zu wollen - nicht nur im Bereich Militärtechnik, sondern beispielsweise auch auf dem Gebiet von Verkehr und Raumfahrt.

Als Dankeschön für das russische Entgegenkommen darf dessen Militär Stützpunkte in Venezuela einrichten. Die russischen Streitkräfte seien in Venezuela "herzlich willkommen", ließ Chávez in Moskau verlauten. Bereits in den vergangenen Jahren hatte Venezuela dutzende Kampfflugzeuge und Gewehre vom russischen Partner erworben, nachdem es zuvor Rüstungsverträge in Höhe von umgerechnet rund 2,2 Milliarden Euro abgeschlossen hatte.

Insbesondere die US-Regierung beobachtet indessen die strategische russisch-venezolanische Allianz mit Misstrauen. Nach Ansicht Washingtons überschreitet das geplante russisch-venezolanische Waffengeschäft die Verteidigungsbedürfnisse des lateinamerikanischen Staates bei weitem.

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