Der Kampf der Demokraten um die US-Präsidentschaftskandidatur wird rauer. In einer Fernsehdebatte hat nun die Favoritin Hillary Clinton ihren beiden Konkurrenten vorgeworfen, mit „Schlamm zu werfen“. Die Senatoren Barack Obama und John Edwards hatten der früheren First Lady Profillosigkeit vorgehalten....
Nach aktuellen Umfragewerten von CNN hat Clinton mit 44 Prozent einen klaren Vorsprung gegenüber Obama mit 25 und Edwards mit 14 Prozent. Schon in 50 Tagen beginnen im US-Bundesstaat Iowa die Vorwahlen. Dort könnte es allerdings noch zu knappen Kopf-an-Kopf-Rennen kommen.
Die Bundesstaaten Iowa, Nevada, New Hampshire und South Carolina sind für die Kandidaten ausschlaggebend. Denn dort wird als erstes gewählt. Diese so genannten „Primary“-Staaten bedeuten für den jeweiligen Sieger eine besondere Berichterstattung, die unter Umständen noch von entscheidender Bedeutung für den Ausgang der Wahlen in den anderen Bundesstaaten sein kann.
Doch die Zeit wird knapp für Obama und Edwards. Aus diesem Grund gingen die beiden in der gestrigen Fernsehdebatte zum Angriff über. Es dauerte keine zehn Minuten, bis CNN-Moderator Wolf Blitzer die Diskussionsleitung erstmals entglitt und sich die Kandidaten gegenseitig ins Wort fielen.
Edwards kritisierte, dass Clinton einerseits einen Wandel in Washington verspreche, andererseits ein „kaputtes und korruptes System“ verteidige. Barack Obama bemängelte, die Senatorin drücke sich vor Antworten und rede wie eine Republikanerin.
Beide warfen ihr während der Debatte in Las Vegas wiederholt vor, ihre Haltung zum Irak-Krieg oder in der Sozialpolitik nicht eindeutig festzulegen. „Das amerikanische Volk sucht jetzt nach ehrlichen Antworten auf schwierige Fragen“, sagte Obama, und fügte hinzu: „Und genau das haben wir von Senatorin Clinton nicht bekommen.“
Clinton ging daraufhin unmittelbar zum Gegenangriff über. „Wenn schon jemand anfängt, mit Schlamm zu werfen, dann sollten wenigstens die Fakten stimmen“, sagte sie. Die Angriffe kämen ihr vor wie „direkt aus dem Drehbuch der Republikaner“. Selbstsicher machte Clinton klar: „Ich werde nicht angegriffen, weil ich eine Frau bin, sondern weil ich in Führung liege.“
Obwohl die Debatte in Las Vegas nicht entscheidend für den Wahlkampf ist, zeigten sich die Anhänger Clintons erleichtert über ihren Verlauf. Das Publikum stand klar auf Clintons Seite, sowohl Obama als auch Edwards wurden ausgebuht. Clintons Kampagnenstratege Mark Penn war ebenfalls zufrieden: „Obama und Edwards setzen auf Angriff, weil sie nicht gewinnen können, und heute Abend ist das gescheitert.“ (dl)