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02.06.2008DEMOKRATEN FLEHEN SIE AN, AUFZUGEBEN

Hillary Clinton bockt nach bedeutungslosem Sieg in Puerto Rico weiter

Hillary Clinton hat am gestrigen Sonntag die drittletzten Primaries im US-Präsidentschaftswahlkampf deutlich gewonnen. Die 60-Jährige kam in Puerto Rico auf 68 Prozent der Stimmen, Barack Obama auf lediglich 32 Prozent. Ihren Konkurrenten kann die Senatorin aus New York dennoch nicht mehr einholen, es sei denn, sämt,iche unentschiedene Superdelegierte ändern plötzlich ihre Meinung. Genau das versucht Hillary Clinton nun noch zu erreichen.

"Te quiero Puerto Rico", grüßte Clinton ihre Anhänger auf Spanisch in der Hauptstadt San Juan. Mit überraschend großer Mehrheit hatten sich die Puertoricaner in der Vorwahl für die ehemalige First Lady entschieden. Mit 38 Delegierten zu 17 fiel der Sieg für Clinton eindeutig aus - doch auch das wird nichts daran ändern, dass die Senatorin ihren Rivalen Barack Obama in diesem Wahlmarathon nicht mehr einholen kann.

Nach derzeitigem Stand ist Obama mit 2.070 Delegierten nur noch 48 Stimmen von der erforderlichen Mehrheit entfernt. Die magische Grenze liegt nach einem Parteibeschluss vom vergangenen Samstag nun bei 2.118 Delegierten. Die Demokraten hatten am Wochenende entschieden, die Delegiertenstimmen aus den Vorwahlen in Florida und Michigan zwar doch noch zuzulassen, aber nur zur Hälfte zu werten.

Vor diesem Beschluss galten die Primaries in den beiden bevölkerungsreichen Bundesstaaten wegen ihres zu frühen Termins als ungültig. Clinton hatte sowohl in Michigan als auch in Florida gewonnen, und konnte ihren Rückstand demnach verkürzen. Die Senatorin kann nun mit 1.915 Delegiertenstimmen rechnen, inklusive 291 Superdelegierten.

Bei noch zwei ausstehenden Vorwahlen in den bevölkerungsarmen Bundesstaaten South Dakota und Montana am morgigen Dienstag kann allerdings keiner der beiden Bewerber die erforderliche Mehrheit erreichen, denn insgesamt gibt es nur noch 47 Delegierte zu gewinnen. Dass es am Ende eines ungewöhnlichen langen Wahlkampfes weder für Clinton, noch für Obama reichen würde, war jedoch schon vor den jüngsten Entscheidungen klar. Ebenso wenig umstritten war und ist, dass Obama das Rennen aller Voraussicht nach letzlich deutlich gewinnt. Von den derzeit immer noch etwa 200 unentschlossenen Superdelegierten müssten sich nur rund 30 auf seine Seite schlagen, und der Senator hätte den Sieg in der Tasche.

Warum macht Hillary Clinton dennoch weiter und tut so, als hätte sie noch eine Chance? Die 60-Jährige Politikerin versucht verzweifelt, die Superdelegierten doch noch irgendwie von sich zu überzeugen. Das stärkste Argument der Senatorin dabei ist, dass angeblich nur Hillary Clinton bei der Wahl im November John McCain besiegen kann. Schlecht allerdings für Clinton, dass es für diese Behauptung keinen Beweis gibt.

Die weiteren Argumente, warum sich die Superdelegierten für Clinton entscheiden sollen, wirken ziemlich dünn: Da wäre einerseits ihre achtjährige Erfahrung als First Lady. Clinton habe die Anforderungen an das mächtigste Amt der Welt "aus erster Hand kennen gelernt". Acht Jahre First Lady sind jedoch nun mal nicht acht Jahre im Präsidentenamt.

Schließlich beruft sich Clinton darauf, dass sie nach Wählerstimmen führt. "Mich haben mehr Leute gewählt, als irgendeinen anderen Kandidaten seit es Vorwahlen gibt, 17,6 Millionen Wähler". Allerdings sind das armselige Taschenspielertricks. Obama liegt mit 17,3 Millionen Stimmen zwar äußerst knapp darunter, mit den Caucus-Staaten kommt der 46-Jährige jedoch auf sogar 17,9 Millionen Wähler, und hat damit noch mehr Stimmen auf sich vereinen könne als Clinton.

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Auch jene Beobachter, die bisher Verständnis für Clintons Beharrlichkeit gezeigt haben, raten Hillary, am Mittwoch nach den Wahlen in Montana und South Dakota ihre Niederlage einzugestehen. Andernfalls verspielt die ehemalige First Lady auch noch die Sympathien vieler ihrer eigenen Anhänger. Die Demokraten wollen eine Schlammschlacht bis zum Parteitag in Denver aus guten Gründen tunlichst vermeiden.

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