Die radikale Palästinenser-Gruppe Hamas hält nach Fatah-Angaben 120 Anhänger der gemäßigten Fatah in Gefängnissen im Gazastreifen fest. Allein am Wochenende wurden 32 Anhänger der rivalisierenden Bewegung inhaftiert. Seit der...
Die radikale Palästinenser-Gruppe Hamas hält nach Fatah-Angaben 120 Anhänger der gemäßigten Fatah in Gefängnissen im Gazastreifen fest. Allein am Wochenende wurden 32 Anhänger der rivalisierenden Bewegung inhaftiert.
Seit der Machtübernahme im Juni habe die Hamas hunderte Fatah-Mitglieder festgenommen. Von diesen befänden sich derzeit noch 120 in Gefängnissen, 12 weitere würden vermisst, erzählte ein Sprecher der Fatah am Montag.
Die Hamas streitet jedoch ab, die Anhänger der rivalisierenden Fatah wegen ihrer Angehörigkeit inhaftiert zu haben. In den Gefängnissen befänden sich nur gewöhnliche Kriminelle, beharrte ein Vertreter der radikal-islamistischen Partei. Die Fatah hingegen habe im Westjordanland mehr als 490 Hamas-Mitglieder gefangen genommen.
Momentan sorgen allerdings nur die wiederholten Festnahmen von Fatah-Anhängern durch Hamas-Milizen für Schlagzeilen. Erst am Wochenende hat die Hamas im Gazastreifen 32 Anhänger der rivalisierenden Fatah festgenommen.
Bei den Festnahmen handelte es sich unter anderem um Teilnehmer eines Junggesellenabschieds. Durch Schüsse in die Luft hätten die Fatah-Mitglieder die öffentliche Ordnung gestört, so die Hamas. Nach den Festnahmen demonstrierten 150 Menschen vor dem Hauptsitz der Polizei in Beit Hanun.
Weitere Fatah-Aktivisten wurden während ihres Freitaggebetes festgenommen. Am Samstag hielt die Hamas fünf unbewaffnete Mitglieder der Al-Aksa-Märtyrerbrigaden stundenlang in ihrer Gewalt und misshandelte die Männer.
Am Mittwoch plant der palästinensische Ministerpräsident Salam Fajjad ein Treffen mit der israelischen Außenministerin Zipi Livni im Westjordanland. Auch die Außenminister Jordaniens und Japans werden Angaben zufolge nach Jericho reisen. (ld)