Der britische Premier Gordon Brown hat sich am gestrigen Donnerstag mit US-Präsident George W. Bush getroffen und den Atomzwist mit dem Iran sowie die Lage im Irak besprochen. Anschließend demonstrierten die beiden Politiker bei einer gemeinsamen Pressekonferenz und einem Hamburgeressen Bush Geschlossenheit. Vor allem forderten sie gemeinsam die EU auf, die Sanktionen gegenüber dem Iran zu verschärfen. Desweiteren stellten sich beide entschieden gegen einen etwaigen Truppenabzug im Irak.
Entgegen vorangegangener Spekulationen über eine mögliche Abkühlung des US-britischen Verhältnisses rückte Tony Blairs Nachfolger zusammen mit dem im November aus dem Amt scheidenden US-Präsidenten demonstrativ politische Gemeinsamkeiten zwischen Großbritannien und den USA in den Vordergrund. Während der 43. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika die gegenseitige "persönliche Freundschaft wie auch das Verhältnis zwischen unseren Ländern" betonte, setzte der britische Premier noch eins drauf: "Ich bin in der Lage zu berichten, dass unsere Bande stärker sind denn je".
Insbesondere in Bezug auf den Atomstreit mit dem Iran betonten Brown und Bush die Notwendigkeit eines anhaltend harten Kurses. Im Westen schüren die Urananreicherungsaktivitäten Teherans weiterhin Angst vor einem atomaren Rüstungswettlauf, auch wenn das Mullah-Regime sein Nuklearprogramm nach wie vor als reines Mittel der Energiegewinnung herunterspielt.
Der britische Regierungschef plädierte darüber hinaus für verschärfte EU-Sanktionen gegenüber Teheran. Auch wollen das Vereinigte Königreich und die USA den Iran durch nicht näher spezifiziertes "gemeinsames Handeln" an der Entwicklung von Atomwaffen hindern.
"Wir werden zusammen mit anderen Nationen daran arbeiten, dem iranischen Regime deutlich zu machen, dass es nicht die Fähigkeit zur Entwicklung von Nuklearwaffen haben darf", bekräftigte Bush den gemeinsamen Standpunkt. Zur Verwirklichung ihrer Pläne setzt das angelsächsische Duo auf anhaltende Unterstützung durch die westliche Welt. So müsse auch Europa seine Investitionen in Irans Flüssiggas-Sektor einstellen, forderte Brown konkrete Schritte. In diesem Zusammenhang verwies der britische Premier auf bereits vollzogene Gespräche mit verschiedenen EU-Regierungschefs.
Auch bei dem Thema Irak schlugen Bush und Brown den gleichen Ton an. Den kürzlich insbesondere von Seiten der demokratischen US-Präsidentschaftskandidaten Barack Obama und Hillary Clinton lautstark eingeforderten Zeitplan für eine Truppenreduzierung im Irak lehnten beide als "künstlich" ab. Bush betonte, die militärische Präsenz im Irak sei zur Stabilisierung des politischen Fortschritts nötig. "Wir haben noch mehr zu tun", stimmte Amtskollege Brown dem scheidenden US-Präsidenten zu.
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Browns befindet sich zu seinem zweiten Staatsbesuch in den USA. Den guten Draht zu Washington will der seit knapp einem Jahr amtierende britische Premier beibehalten. So traf sich der Mann aus der Downing Street nicht nur mit George W. Bush, sondern auch mit dessen potentiellen Nachfolgern. Brown unterhielt sich in der Residenz des britischen Botschafters der Reihe nach mit den demokratischen Präsidentschaftskandidaten Obama und Clinton wie auch mit dem Republikaner John McCain. Dabei unterstrich er ausdrücklich, die enge Bindung zu den USA auch in Zukunft aufrechterhalten zu wollen.