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18.07.2008ZEICHEN DER NORMALITÄT

George W. Bush plant Vertretung in Teheran: Tuchfühlung mit den Mullahs

Die USA haben sich offenbar dazu entschlossen, nach 30 Jahren erstmals wieder eine Interessensvertretung im Iran einzurichten – eine offizielle Bekanntgabe des überraschenden US-Kurswechsels soll nachfolgen. Während die Welt um ein Ende des Atomstreits bangt, hofft Präsident George W. Bush auf Pluspunkte für die Republikaner bei den anstehenden Präsidentschaftswahlen.

einem Bericht der britischen Tageszeitung 'Guardian' zufolge zieht Washington eine Vertretung im Iran ähnlich derjenigen auf Kuba in Betracht und verleiht damit dem Wunsch nach engeren Beziehungen zum Iran Ausdruck. Erstmals seit Beginn des Atomstreits mit dem Iran soll zudem eine US-Spitzendiplomat wieder an einem Treffen mit iranischen Unterhändlern teilnehmen: So wird US-Staatssekretär William Burns an einem Gespräch mit dem iranischen Unterhändler Said Dschalili und EU-Chefdiplomat Javier Solana am Samstag in Genf dabei sein, wie die US-Regierung am Mittwoch verlauten ließ

Mit dem verblüffenden Sinneswandel verfolgt der verrufene US-Präsident George W. Bush offenbar das Ziel, seinem möglichen Nachfolger John McCain zum Sieg gegen den demokratischen Rivalen Barack Obama zu verhelfen - indem er diesen kopiert: So warb der beliebte schwarze Senator aus Illinois seit langem für direkte Gespräche mit dem Iran.

Wahlkampftaktiken hin oder her, erscheint eine derartige Entscheidung in Anbetracht der zunehmend bedrohlichen Situation zwischen Israel und dem Iran mehr als sinnvoll: Während Israel im Juni über dem Mittelmeer einen den Angriff auf iranische Atomanlagen simulierte, testet der Iran fleißig Raketen mit einer Reichweite von 2000 Kilometern.

Lange Zeit hatte die amtierende Bush-Regierung jegliche direkte diplomatische Kontakte auf hoher Ebene mit der iranischen Führung ausgeschlossen. Da Washington die angeblich zivile Intention des iranischen Atomprogramms bezweifelt, hatte die US-Regierung im Gegenzug für direkte Gespräche bis dato auf einer Aussetzung der iranischen Urananreicherung beharrt.

"Wir begrüßen alle Schritte, die die Beziehungen zwischen unseren beiden Völkern stärken", bejahte indessen der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad Anfang dieser Woche die ungewohnte amerikanische Verhandlungsbereitschaft. Gleichzeitig übte sich der Iran in Zurückhaltung: So betonte der iranische Außenminister Manuscher Mottaki, dass Teheran die US-Pläne erst prüfen wolle. Aber immerhin hätten die USA erkannt „dass es nicht hilft, Bedingungen zu stellen".

Der Iran verfügt bereits über eine an die pakistanische Botschaft angegliederte Vertretung in Washington. Anders die USA: So ist bislang eine Schweizer Vertretung für konsularische Angelegenheiten von US-Bürgern im Iran zuständig. Für ein US-Visum müssen iranische Staatsangehörige wiederum zu einer US-Vertretung nach Dubai reisen.

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Während der Islamischen Revolution 1979 unter Ayatollah Khomeini war es einst zum Abbruch der diplomatischen iranisch-amerikanischen Beziehungen gekommen:  Damals hatten iranische Studenten die US-Botschaft gestürmt und 60 Botschaftsangehörige in mehr als einjähriger Geiselhaft festgehalten.

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