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Brasilien: Rätseln über Ursachen des Stromausfalls geht weiter

12.11.2009METROPOLEN VERSANKEN IM CHAOS

Brasilien: Rätseln über Ursachen des Stromausfalls geht weiter

Ein massiver Stromausfall hat in Brasilien am Dienstagabend Chaos und Angst ausgelöst. Neben den Metropolen Sao Paulo und Rio de Janeiro waren weitere 800 Städte im Süden, Zentrum und Nordwesten des Landes und sogar im Nachbarstaat Paraguay betroffen. Ein Unwetter soll den Blackout verursacht haben.

Dunkle und damit noch gefährlichere Straßen, stehengebliebene U-Bahnen und Züge, Tausende im Fahrstuhl steckengebliebene Menschen und unzählige Verspätungen sowie Absagen von Flügen war das Ergebnis des massiven Stromausfalls am gestrigen Abend, der weite Teile Brasiliens stundenlang in der Dunkelheit ließ und vielen Menschen in Angst versetzte.

Mindestens zehn Bundesländer waren laut brasilianischen Medienangaben vom Stromausfall betroffen. Vor allem in Sao Paulo und Rio de Janeiro brach das Chaos aus, als kurz nach 22.00 Uhr Ortszeit der Strom ausfiel. Die öffentlichen Verkehrsmittel blieben auf der Strecke, und Menschen mussten Züge evakuieren. In den Straßen der beiden größten Metropolen des Landes verschlimmerte sich der bereits chaotische Autoverkehr, da sämtliche Ampeln nicht mehr funktionierten. Flughäfen konnten die Stromversorgung teilweise mit Notstromgeneratoren sicherstellen, der Betrieb war jedoch nur mit Verspätungen und einigen Flugstreichungen gewährleistet.

Der Stromausfall durchquerte laut brasilianischer Behördenaussagen das Land wie ein Domino-Effekt das und erreichte auch das Stromnetz Paraguays. Die Paraguayer mussten jedoch nur knapp 20 Minuten in der Dunkelheit durchhalten, während in Brasilien das Licht länger als drei Stunden ausblieb.

Energieminister Edison Lobao vermutete, dass ein starker Sturm einige Hochspannungsleitungen zerstört und damit eine Abtrennung des Wasserkraftwerkes in Itaipu verursacht haben könnte. Das mit 14.000 Megawatt leistungsfähigste Wasserkraftwerk der Welt ist für etwa 20 Prozent der brasilianischen Stromversorgung verantwortlich und produziert zusätzlich mehr als 90 Prozent des Stroms Paraguays.

In einer offiziellen Mitteilung äußerte die Stromversorgunsgesellschaft indessen, dass die Ursache des Ausfalls nicht in Itaipu selbst entstanden sei. Die Generatoren am Staudamm hätten während des Stromausfalls weitergearbeitet, aber keinen Strom in das Netz übertragen können, teilte der Betreiber mit.

Die genaue Ursache für den Stromausfall konnte noch nicht abschließend geklärt werden. Die Situation in Itaipu sowie in den betroffenen Bundesstaaten hat sich allerdings bereits normalisiert.

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