Der designierte Präsidentschaftskandidat der US-Demokraten, Barack Obama, und Ex-Präsident Bill Clinton haben telefonisch ihre Streitigkeiten beigelegt. Im Wahlkampf zwischen Obama und Clintons Ehefrau Hillary um die Nominierung der demokratischen Partei waren die beiden Politiker wiederholt aneinandergeraten. Clinton will Obama nun im Wahlkampf gegen den republikanischen Senator John McCain unterstützen. Damit hat der Präsidentschaftskandidat nun beide Clintons auf seine Seite gebracht.
Der Senator aus Illinois und der ehemalige US-Präsident führten am gestrigen Montagmorgen eine, wie ein Sprecher Obamas sie beschrieb, „wunderbare Unterhaltung". In dem zwanzigminütigen Telefonat legten die beiden Politiker ihre Differenzen bei. Diese waren im Vorwahlkampf zwischen Obama seiner Gegenspielerin Hillary Clintonmehr als einmal aufgeflammt. Obama-Sprecher Bill Burton erklärte: „Obama hat Bill Clinton schon immer für eine der größten Führungspersönlichkeiten der Nation und für einen der brillantesten Köpfe gehalten, und er freut sich darauf, ihn im Wahlkampf zu sehen und in den kommenden Monaten seinen Rat zu erhalten."
Auch Bill Clinton ließ verlauten, er habe das Telefonat als „großartig" empfunden. Im Laufe des Vorwahlkampfes hatte Clinton den Kontrahenten seiner Gattin oftmals in scharfen Tönen kritisiert, doch nun scheinen alle Streitpunkte beseitigt. Terry McAuliffe, Hillary Clintons ehemaliger Wahlkampfmanager, gab bekannt, der Altpräsident stehe bereit, Obama im Wahlkampf gegen John McCain zu unterstützen. Obama wiederum ließ über sein Wahlkampfteam mitteilen, er freue sich über Clintons Unterstützung.
Der Friedensschluss war erfolgt, nachdem in der Vorwoche US-Medien von den immer noch vorherrschenden Differenzen zwischen den beiden Top-Politikern berichtet hatten. Der Vorwahlkampf hatte einige Spitzen beider Seiten hervorgebracht. Obama hatte in seinen Reden deutliche Kritik an der Amtszeit Clintons geübt, der seinerseits von 1992 bis 2000 im Weißen Haus residierte.
Außerdem hatte der Senator aus Illinois dem früheren Staatsoberhaupt vorgeworfen, Obamas Hautfarbe wiederholt zum Wahlkampfthema gemacht zu haben. Clinton hingegen war Medienberichten zufolge immer noch über die diesbezüglichen Vorwürfe des schwarzen Politikers verstimmt, weshalb dieser nun kurzerhand zum Telefonhörer griff und die Aussprache suchte. Am 3. Juni war Obama als Sieger aus dem mit harten Bandagen geführten Vorwahlkampf der Demokraten hervorgegangen.
Auch wenn noch nichts Konkretes geplant ist, soll ein gemeinsamer öffentlicher Auftritt der beiden Politiker noch im Juli folgen. Mit seiner ehemaligen Gegnerin Hillary Clinton hatte Obama bereits früher aller Differenzen beseitigt und sich ihre Unterstützung gesichert. Am vergangenen Freitag hatten beide bei einem gemeinsamen Wahlkampfauftritt in der Kleinstadt mit dem symbolträchtigen Namen Unity im US-Bundesstaat New Hampshire auf der Bühne gestanden.
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Die Hilfe von Clintons Ehemann dürfte Obama äußert gelegen kommen. Der Ex-Präsident wird in der demokratischen Partei nach wie vor verehrt, seinem Wort wird großes Gewicht beigemessen. Die nach dem Vorwahlkampf gespaltene Partei dürfte somit zum Weg der Einheit zurückgefunden haben.