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Barack Obama und Dmitri Medwedew setzen bilateralen Meilenstein

07.07.2009NUKLEARE ABRÜSTUNG VORANGETRIEBEN

Barack Obama und Dmitri Medwedew setzen bilateralen Meilenstein

US-Präsident Barack Obama ist heute Morgen mit dem russischen Premierminister Wladimir Putin zusammengekommen. Später hielt Obama vor Schülern in Moskau eine internationale Rede. Am gestrigen Montag einigten sich die USA mit Präsident Dmitri Medwedew auf eine Verbesserung der russisch-amerikanischen Beziehungen.

Putin und Obama trafen sich zum Frühstück in der Dacha des Russen. Es war das erste Zusammentreffen der beiden. Der vielleicht etwas übernächtigte Amerikaner lobte die Politik des früheren Staatschefs: "Ich bin mir nicht nur der außerordentlichen Arbeit bewusst, die Sie für das russische Volk in Ihrer früheren Rolle als Premierminis-, äh, als Präsident geleistet haben, sondern auch in Ihrer jetzigen Rolle als Premierminister". Putin äußerte sich ebenfalls höflich: "Wir verbinden Hoffnungen für die Entwicklung unserer Beziehungen mit Ihrem Namen." Das Treffen vor Pressevertretern war deutlich harmonischer als die letzte Auseinandersetzung.

Erst letzte Woche hatte Obama den Russen verbal angegriffen und ihn als Mann des vergangenen Kalten Krieges bezeichnet. Putin reagierte abwehrend. Journalisten und Experten kritisieren, dass der US-Präsident den 56-Jährigen unterschätzt. Noch immer gilt der jetzige Premierminister Russlands als der mächtigste Mensch in Moskau. Nach Informationen der 'Bertelsmann-Stiftung' trauen 55 Prozent der russischen Bevölkerung Obama nicht zu, für die internationalen Beziehungen das Richtige zu tun.

Die heutige Rede Obamas in Moskau, seine dritte internationale Rede überhaupt, war nur in wenigen, weniger wichtigen russischen Fernsehkanälen zu sehen. Der Präsident betonte in seiner Ansprache Hoffnungen auf eine friedliche Zukunft und die gemeinsamen Ziele, die Russland und Amerika in seinen Augen teilen. "Die Partnerschaft wird sich verstärken, wenn Russland den richtigen Platz als Großmacht einnimmt", zitierte die BBC den 47-Jährigen. Obama merkte außerdem an, dass die Zeiten vorbei seien, "in denen Imperien souveräne Staaten wie Figuren auf einem Schachfeld behandeln konnten". Diese Bemerkung könnte von russischen Eliten, die Nachbarstaaten noch immer als unter ihrem Einfluss sehen, als Angriff verstanden werden.

Gestern hatten der russische und der amerikanische Regierungschef eine Erklärung unterzeichnet, die bis Dezember die Ausarbeitung eines Abkommens zur nuklearen Abrüstung vorsieht. Beide Länder wollen die Zahl ihrer Atomsprengköpfe auf unter 1.700 in den kommenden sieben Jahren verringern. Momentan besitzen die USA noch etwa 5.400, Russland circa 14.000 Gefechtsköpfe.

Russland erklärte sich außerdem bereit, einen Transitweg für Luftfracht und Truppen von Amerika nach Afghanistan zu öffnen. Bezüglich der Frage nach dem amerikanischen Raketenabwehrschirm blieben Medwedew und Obama uneins. Die USA sehen die Raketen als Schutz gegen iranische Nuklearangriffe, Russland jedoch fühlt sich von ihnen bedroht.

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Obamas Besuch in Moskau spiegelt nach Ansicht der 'New York Times' die Bemühungen beider Länder wider, nach dem Abkühlen der Beziehungen während des Georgienkrieges im letzten Jahr wieder zueinander zu finden. Der US-Präsident soll seinen dreitägigen Besuch morgen beenden und nach Italien weiterreisen, wo Ende dieser Woche das G8-Gipfeltreffen stattfinden wird.

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