Der demokratische Präsidentschaftskandidat Barack Obama hat die am gestrigen Dienstag abgehaltene Wahl in den Vereinigten Staaten gewonnen und wird erster afroamerikanischer US-Präsident. In einer emotionalen Rede würdigte der Demokrat die Verdienste seines Rivalen John McCain als Helden und unerschrockenen Kämpfer. Der wiederum gestand seine Niederlage ein, gratulierte Obama und würdigte die Wahl seines Kontrahenten mit großer Fairness als historischen Tag für Amerika.
Dafür erntete McCain allerdings in einem Ausbruch von kollektiver Unsportlichkeit die enttäuschten Buhrufe seiner Anhängerschaft.
Um fünf Uhr morgens mitteleuropäischer Zeit war das Rennen schließlich endgültig gelaufen. Die CNN besiegelte den Trend der vorangegangenen Stunden offiziell und erklärte Barack Obama anhand der vorliegenden Wahlergebnisse zum 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten. Um 5:20 Uhr griff dann McCain zum Telefonhörer und gratulierte seinem Gegenspieler, um anschließend eine anmutige Rede vor seiner in Phoenix im US-Bundesstaat Arizona versammelten Anhängerschar zu halten. Neben ihm standen dabei, den Tränen nahe, seine um etliche Jahre jüngere Frau sowie die Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin.
Obamas Wahlsieg kam letztlich genau in der sich im Vorfeld ankündigenden Form daher: Eine überdeutliche Mehrheit der Wähler entschied sich für ihn, und doch entscheid sich das Rennen in einer Zitterpartie in den vier entscheidenden Staaten Indiana, Virginia, North Carolina und Florida. Das erste deutliche Zeichen für den Sieg ergab sich um 3:30 Uhr, als sowohl das erzkonservative TV-Network ‚Fox News', als auch die traditionell eher demokratisch orientierte CNN Barack Obama den Bundesstaat Ohio mit seinen wichtigen 20 Delegiertenstimmen zuschrieben.
Ohio hatte 2004 den abermaligen Wahlsieg George W. Bushs eingeleitet. Nun besiegelte der Swing State die Hoffnungen von Möchtegern-Nachfolger John McCain. Schließlich brachte die Obama-Welle auch die in der Vergangenheit stets „roten" Staaten Virginia, Colorado, North Carolina und Indiana in Kopf-an-Kopf-Rennen zum Umkippen, und besiegelte so eine solide Delegiertenmehrheit, die weit über die notwendigen 270 Wahlmänner hinausgeht.
Flankiert wird der Sieg des demokratischen Kandidaten bei der Präsidentschaftswahl von einem Triumph seiner Partei bei der gleichzeitig stattfindenden Wahl zum US-Senat. Auch hier gelang es, den Republikanern die Bastionen Colorado, New Mexico, North Carolina, und Virginia abzuringen, und so den neuen Präsidenten mit einer soliden Machtbasis in der höheren Kammer des US-Kongresses abzustützen. Im Abgeordnetenhaus verfügen die Demokraten bereits seit den für Bush desaströs verlaufenen ‚Midterm Elections' im Jahr 2006 über eine solide Mehrheit der Mandate.
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