Ein historischer Moment: Geschätzte zwei Millionen Besucher wollen am heutigen Dienstag, dem 20.Januar, dabei sein, wenn Barack Obama offiziell das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika antritt. Die Erwartungen an den ersten afroamerikanischen Mann im Weißen Haus sind gewaltig hoch.
Es herrschen frostige Temperaturen. Minusgrade. Auf den Straßen in Washington verkaufen Händler Baseballkappen, Tassen, T-Shirts und übergrosse Uhren. All diese Artikel schmückt das Konterfei des künftigen US-Präsidenten. Auf dem gesamten Areal rund um das Lincoln Memorial haben sich Anhänger von Barack Obama versammelt. In dicke Strickpullover und Daunenjacken eingepackt trotzen sie der Kälte, zelten im Freien, spielen Gitarre.
Auf den ersten Blick erinnert die Stimmung an Woodstock, doch dann fallen die allgegenwärtigen Blackberrys und iPhones ins Auge. Festivalatmosphäre des 21. Jahrhunderts. Aus allen Teilen der Vereinigten Staaten sind die Besucher angereist. Sie haben mitunter tagelange Busreisen auf sich genommen, um bei Obamas großem "Inauguration-Showdown", der schon am Sonntag vor der eigentlichen Zeremonie begonnen hat, dabei zu sein.
Amerika fiebert neuer Präsidentschaft entgegen
Barack Obama soll die angeschlagene Wirtschaft wieder ins Lot bringen, so schnell wie möglich die Soldaten aus dem Irak wieder nach Hause holen, Guantanamo schließen und das US-amerikanische Gesundheitssystem von Grund auf reformieren. Die Besucher der Feierlichkeiten haben all ihre Hoffnungen in den neuen Präsidenten gesetzt. Er soll die lang ersehnte Veränderung bringen, und dafür feiern sie ihn wie einen Popstar. Cathy Lanier, Chefin der Washingtoner Polizei, rechnet mit zwei Millionen Besuchern.
Der Antrittsrede des angehenden 44. Präsidenten werden große Erwartungen entgegengebracht. Der erste afroamerikanische Präsident soll monumentales liefern, in einer Reihe mit Abraham Lincoln und Dr. Martin Luther King, dessen Geburtstag am Vortag der Inauguration gefeiert wurde. Obama wird in seiner 15- bis 20-minütigen Ansprache seine Pläne für die bevorstehende Zeit im Weißen Haus erläutern, vor allem aber an die Verantwortung der Bürger Amerikas appellieren. In Zukunft soll keine "me first"-Mentalität mehr herrschen, damit die ambitionierten Ziele aus dem Wahlkampf gemeinsam erreicht werden können.
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A New Birth of Freedom
Das Motto der Inauguration lautet 'A New Birth of Freedom', und soll auch des 200. Geburtstages von Abraham Lincoln gedenken. Die Worte stammen aus Lincolns 'Gettysburg Address'. Barack Obama wird um 12.00 Uhr am 20. Januar 2009 an der Westseite des US-Kapitols von Chief-Justice John G. Roberts Jr. auf das Amt des Präsidenten vereidigt. Er wird den Schwur auf dieselbe Bibel leisten, wie einst Abraham Lincoln im Jahre 1861.