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04.06.2008HISTORISCHE WEICHENSTELLUNG

Barack Obama tritt als erster schwarzer Kandidat gegen John McCain an

Im Kampf um die demokratische US-Präsidentschaftskandidatur hat Barack Obama die eindeutige Delegiertenmehrheit erreicht und damit, noch vor dem offiziellen Nominierungsparteitag in Denver im August, das unverhoffte Ende des langwierigen Duells mit Kontrahentin Hillary Clinton herbeigeführt. Vor allem im Zuge ihres jüngsten, letztlich unbedeutenden Sieges in South Dakota will sich Clinton ihre Niederlage noch nicht eingestehen. Insgeheim scheint die Ex-Firstlady nach den Vizeposten zu schielen.

"Amerika, dies ist unsere Chance. Zeit, ein neues Kapitel aufzuschlagen", rief der glückliche Sieger jubelnden Anhängern in St. Paul, Minnesota, am Ende eines fünfmonatigen Vorwahlkampfes, nachdem er die notwendige Marke von 2.118 Stimmen erreicht hatte.

Bis zuletzt hatte es so ausgesehen, als könnten nur noch die Superdelegiertenstimmen auf dem Parteitag den Zweikampf Obama-Clinton entscheiden. Nun spielt weder die Tatsache, dass zuletzt immer mehr Superdelegierte hinter dem 46-jährigen Senator aus Illinois standen, noch Clintons jüngster Vorwahlensieg in South Dakota für die Nominierungsfrage eine Rolle mehr.
Clintons Wirken habe Amerika zu einem besseren Land und ihn selbst zu einem besseren Kandidat werden lassen, zollte Obama indessen seiner bisherigen Kontrahentin Respekt, während er gleichzeitig die Demokrtische Partei zur Einheit aufforderte. Bis zuletzt hatte die zähe New Yorker Senatorin mit Entschlossenheit ihren zunehmend chancenlosen und kostspieligen Wahlkampf fortgeführt. Insgesamt 18 Millionen Amerikaner hatten Hillary Clinton gewählt - ohne Erfolg.

Bei ihrem Auftritt in New York gratulierte die Verliererin dem demokratischen Favoriten nüchtern und knapp zu seinem "großartigen Wahlkampf", ohne dabei auf provokante Hintergrundbegleitung durch Tina Turners 'simply the best'-Song zu verzichten. Während Clinton nähere Aussagen über ihre eigene politische Zukunft vermied, betonte Clinton ihre Absicht, sich nach wie vor in den Dienst der demokratischen Partei stellen zu wollen und kündete Beratungsgespräche mit Parteigremien an.

Duie US-Medien prophezeien indessen bereits seit längerem Clintons baldige Bewerbung als Nummer Zwei im Weißen Haus. Zu einer Kandidatur als Obamas Vizepräsidentin auf dem Nominierungsparteitag in Denver rieten immerhin Clintons "Denver, Denver" schreiende Fans. Unterdessen bestätigte Clintons Wahlkampfteam zumindest Clintons "Offenheit für den Vizeposten", sofern dies der Demokratischen Partei nutze. Fraglich ist jedoch, ob Obama die einstige Rivalin in seinem Team haben will - allerdings schlug er bereits ein Treffen mit der ehemaligen Firstlady vor, was den Weg zu einem 'Dream Team' ebnen könnten.

Erst jetzt beginnt das richtige Rennen um die Nachfolge von George W. Bush, über die Amerika im November abstimmen wird. Im Vorfeld des Kampfes um das mächtigste Amt der Welt bezeichnete der designierte republikanische Kandidat John McCain seinen demokratischen Kontrahenten Obama als beachtlichen Herausforderer. Bei seinem Wahlkampfauftritt in Louisana griff Mc Cain das 'Change'-Motto seines Kontrahenten auf, womit beide wohl einen Wandel weg vom scheidenden Bush meinen.

Der 71-jährige Vietnam-Veteran unterschied hierbei jedoch zwischen "falschem" und "richtigem" Wandel. Währenddessen sparte Mc Cain insbesondere nicht an den wohl ungewollten Kontrasten zu Obama: So verrieten beispielsweise nicht zuletzt seine Schwierigkeiten, vom Teleprompter abzulesen, seinen älteren Jahrgang.

Mit der Wahl des in des im islamischen Indonesien aufgewachsenen Obama verblüfft Amerika die Welt indessen mit seiner Wandlungsfähigkeit. Der Auserkorene der US-Demokraten will jedenfalls nicht nur als erster schwarzer Spitzenkandidat ein Exempel statuieren, sondern auch als erster Afroamerikaner ins Weiße Haus einziehen. Seinem Gegner McCains Ansätze traut Obama indessen keinen Wechsel in der von Bush abgewirtschafteten republikanischen Politik zu, wie er bereits betonte.

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Einschätzungen von John Kornblum, dem ehemaligen US-Botschafter in Deutschland, zufolge hat Obama jedenfalls gute Gewinnchancen - für den Fall, dass es ihm gelinge, die parteiinternen Wunden zu heilen, die durch das Duell mit seiner Rivalin Clinton entstanden seien. In einem Interview mit 'Deutschlandradio Kultur' bezeichnete Kornblum den erfahrenen Mc Cain als "starken Kandidaten", weshalb er ein knappes Rennen mit dem bislang ungeprobten Obama erwartet. Kornblum begrüßte indessen, dass die amerikanischen Wähler nun seit langem mal wieder eine "wirkliche Wahl" hätten.

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