US-Präsident Barack Obama ist zu seiner Nahost-Reise nach Saudi-Arabien und Ägypten aufgebrochen. Kurz zuvor traf Obama mit Israels Verteidigungsminister Ehud Barak im Weißen Haus zusammen und forderte erneut einen Stopp des Siedlungsbaus im Westjordanland. Am Freitag wird der Präsident in Dresden erwartet.
"Ich denke, dass wir einen besseren Dialog schaffen müssen", erklärte Obama kurz vor seiner Abreise gegenüber dem französischen Fernsehsender 'Canal+' im Hinblick auf das Verhältnis des Westens zum Islam. Die USA und der Westen insgesamt müssten sich bemühen, der muslimischen Welt ihre Positionen zu so schwierigen Themen wie Terrorismus und Demokratie verständlich zu machen. Zugleich forderte Obama den Westen auf, sich besser über den Islam zu informieren. Gegenüber 'BBC' sprach Obama von "mehreren großen Missverständnissen", die es zwischen dem Westen und den Muslimen gebe.
Am heutigen Mittwoch wird Obama in Riad erwartet, wo der Präsident vom saudischen König Abdullah erwartet wird. Bereits im Mai hatte US-Verteidigungsminister Robert Gates Saudi-Arabien besucht und um Hilfe im Kampf gegen den Terrorismus gebeten. Das Land habe einen großen Einfluss in der Region und langjährige Beziehungen zu Pakistan, hatte Gates erklärt. Saudi-Arabien soll helfen, den Geldzufluss von Extremisten zu stoppen. Afghanistans Präsident Hamid Karsai hat Riad um Vermittlung zwischen der afghanischen Regierung und den Taliban gebeten.
Für den morgigen Donnerstag ist eine Grundsatzrede des US-Präsidenten in Kairo geplant. Diese solle das Verhältnis zur muslischen Welt zum Thema haben und möglichst weit verbreitet werden, hieß es in Washington. Über die nur relativ geringe Wirkkraft einer solchen Rede ist die die Regierung allerdings bewusst. "Wir erwarten nicht, dass sich nach einer Rede alles verändert", erklärte Robert Gibbs, Sprecher des Weißen Hauses, am Dienstag. Vielmehr seinen "anhaltende Bemühungen" notwendig. Dessen sei sich auch Obama bewusst.
Das Terrornetzwerk Al-Qaida bezeichnete Obamas Rede bereits im Vorfeld als reine PR-Maßnahme und spielte auf die noch immer anhaltenden militärischen Operationen der Vereinigten Staaten im Irak und in Afghanistan an. "Seine blutigen Botschaften wurden empfangen und werden weiterhin von den Muslimen empfangen und sie werden nicht von Public Relation-Operationen oder lächerlichen Besuchen und eleganten Worten verschleiert werden können", so Al-Qaida-Vizechef Aiman al-Sawahiri in einer Videobotschaft.
Am Freitag dann wird Barack Obama das erste Mal nach seiner Wahl im Januar Deutschland besuchen. Bei seinem ersten Besuch in Berlin hatte Obama im Wahlkampf die Massen in der Hauptstadt begeistert. Das Programm für den kommenden Besuch beinhaltet neben einem Treffen mit Angela Merkel samt gemeinsamer Pressekonferenz in Dresden unter anderem auch einen Besuch im Konzentrationslager Buchenwald vor.
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Vor seiner Abreise hatte der US-Präsident Israels Verteidigungsminister Ehud Barak im Weißen Haus getroffen und Israel erneut zu einem Siedlungsstopp im palästinensischen Westjordanland aufgerufen. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte den auch ihm gegenüber geforderten Siedlungsstopp kürzlich als unsinnig bezeichnet und ihm eine klare Absage erteilt.