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21.07.2008VERSÖHNUNG - ODER ZYNISMUS?

Alte Feinde, neue Freunde: Iran turtelt mit USA und Israel

Im Zuge der internationalen Gespräche in Genf über das das umstrittene iranische Atomprogramm hat der Westen dem Iran am vergangenen Samstag ein Angebot unterbreitet, das bislang noch unbeantwortet ist: Wenn Teheran der Forderung nachkommt, seine Uraneinreicherung zu stoppen, will die UNO von weiteren Sanktionen absehen, und dem Iran vor allem wirtschaftlich unter die Arme greifen. Unterdessen gebärt sich der Iran schon mal als neuer Freund Israels, der USA und überhaupt der ganzen Welt.

Im Anschluss an das Treffen zwischen westlichen Vertretern und Teherans Chefunterhändler Said Dschalili sprach EU-Außenbeauftragte Javier Solana von „ungenügenden" Fortschritten - und das, obwohl mit  William J. Burns erstmals wieder ein US-Spitzendiplomat an den Atomgesprächen teilgenommen hatte. Neben Solana und Burns waren auch Emissäre aus Russland, China, Frankreich, Großbritannien und Deutschland vor Ort in Genf.

Während Solana indessen auf eine baldige iranische Antwort auf das westliche Angebot hofft, demonstriert die iranische Regierung bei gleichzeitiger Hinhaltetaktik in ungewohnter Weise Entgegenkommen: So betrachtet der Iran die USA neuerdings als „eine der besten Nationen der Welt", und sich selbst als "Freund des israelischen Volkes", wie Vizepräsident Esfandiar Rahim Maschaie verlauten ließ.

„Keine Nation der Welt ist unser Feind" setzte Maschaie sogar noch eins obendrauf, während der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad das Treffen vom Samstag als „Schritt nach vorn" begrüßte. Innerhalb der nächsten vierzehn Tage soll die iranische Regierung sich entscheiden, ob sie auf die Vorschläge der internationalen Staatengemeinschaft eingehen will.

US-Außenministeriumssprecher, Sean McCormack begrüßte unterdessen jegliche Zusammenarbeit als "Gewinn für alle". Verhandlungsvoraussetzung sei jedoch ein Stoppen der iranischen Urananreicherung.

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Die neue Gesprächsbereitschaft der USA gegenüber dem Iran gilt als Wende in der US-Politik nach dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen von 1980. Zudem will Washington sogar wieder eine Interessenvertretung im Iran einrichten. Dazu hat Teheran bislang noch nicht sein endgültiges Okay gegeben, auch wenn von Sicherheitsgarantien bereits die rede war. (sbe)

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