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19.09.2007SPD unter Schock

Union und Rechtsextreme im Umfrage-Hoch

Erschreckende Zahlen: Immer mehr Deutsche können sich vorstellen, ihre Stimme rechtsradikalen Parteien zu schenken. Laut einer neuen Forsa-Studie ist jeder achte Deutsche den rechten Parteien zugeneigt. Hinsichtlich der Wählerstimmen für...

Erschreckende Zahlen: Immer mehr Deutsche können sich vorstellen, ihre Stimme rechtsradikalen Parteien zu schenken. Laut einer neuen Forsa-Studie ist jeder achte Deutsche den rechten Parteien zugeneigt. Hinsichtlich der Wählerstimmen für die fünf Volksparteien birgt die Studie hingegen nur wenig Veränderung.

Laut der neuesten Forsa-Umfrage für das Magazin „Stern“ und den Fernsehsender RTL, muss die Union alles andere als schwarzsehen: Sie kann sich auf ihrem Jahreshoch halten und erreicht erneut 40 Prozent. Die SPD verharrt weiter im Tief, wie schon in der Vorwoche, kommt sie nicht über 25 Prozent hinaus. Auch die FDP kann ihre acht Prozent halten, nur die Grünen mussten mit 9 Prozent der Wählerstimmen einen Punkt abgeben. Hoch in der Gunst der Wähler steht derzeit die Linkspartei: Sie verbesserte sich um einen Punkt auf ganze zwölf Prozent. Für sonstige Parteien würden sechs Prozent der Wähler stimmen.

Trotz der unverändert guten Ergebnisse für Union und FPD bezweifeln 73 Prozent der Befragten, dass eine schwarz-gelbe Koalition ihre Sache besser machen würde als die amtierende große Koalition. Nur 20 Prozent der Wähler meinen die Union und die FPD könnten bessere Arbeit leisten.

Selbst 60 Prozent der Unions-Anhänger gehen davon aus, dass ein solches Bündnis nicht besser wäre als die derzeitige große Koalition. Nur die Anhänger der FPD sähen sich offenbar gerne in der Regierung: 68 Prozent stimmen für ein schwarz-gelben Bündnis.

Erschreckend sind die Ergebnisse der Forsa-Studie was die Wahl rechtsradikaler Parteien betrifft. Jeder achte Deutsche kann sich vorstellen, eine rechtsradikale Partei zu wählen. Das engere Wählerpotential liegt bei 6 Prozent: Zwei Prozent gelten ohnehin als Stammwähler, vier Prozent können sich die Wahl einer solchen Partei vorstellen. Selbst das weite Wählerpotential für rechtsradikale Parteien liegt noch bei sieben Prozent. Dieser Anteil an Deutschen könnte sich die Wahl von NPD oder DVU „vielleicht vorstellen“. Das ergibt zusammen die Summe von 13 Prozent. Für die Parteipräferenz wurden 1002 Deutsche befragt.

Skeptischer sehen die älteren Bundesbürger die Wahl der Rechtsradikalen: Bei den über 60-Jährigen mit niedriger Bildung würden maximal acht, bei den höher Gebildeten bis zu vier Prozent rechtsextrem wählen.

Entgegen herkömmlicher Erwartungen fallen die Unterschiede zwischen West und Ost gering aus: In den neuen Ländern liegt das engere Potenzial bei sieben, in den alten bei sechs Prozent. Das weitere Potenzial umfasst in Ostdeutschland 14 Prozent und in Westdeutschland zwölf Prozent. Größere Differenzen gibt es bei den Geschlechtern. Während bundesweit 14 Prozent der Männer den rechten Parteien ihre Stimme schenken würden, sind es bei den Frauen nur zehn Prozent.

Wie schon bei den älteren Wählern, so gilt auch bei den restlichen Bundesbürgern: Je geringer die Schulbildung, desto eher ist der Wähler bereit, Rechtsradikale zu wählen: Eine erschreckend hohe Anzahl von 29 Prozent der 18- bis 29-Jährigen mit einfacher Schulbildung steht einem geringen Prozentsatz von 6 Prozent bei der gleichen Altersgruppe mit Abitur oder Studium gegenüber. Für diesen Teil der Studie wurden 2.501 Bundesbürger befragt. (ld)

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