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11.08.2009NEUER IMPFSTOFF WIRD GETESTET

Startschuss für Studie zur Schweinegrippe-Impfung - Müssen Versicherte selbst zahlen?

Gestern hat die Testphase des neuen Impfstoff gegen den Schweinegrippe-Virus H1N1 am Hamburger Bernhard-Nocht-Institut begonnen. Nach Angaben des Leiters der Sektion Infektologie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), Gerd-Dieter Burchard, haben sich mehrere hundert Freiwillige gemeldet. Die meisten von ihnen kamen in der Hoffnung, frühzeitig gegen die Neue Grippe immun zu sein - bevor die befürchtete große Welle im Herbst kommt.

Pro Tag erhalten 30 Probanden eine Impfung, drei Wochen später erfolgt dann die zweite Impfung. Nach 45 Tagen müssen die Probanden zur Blutentnahme vorbei kommen. Die im Blut gebildete Anzahl der Anti-Körper gibt Aufschluss über Verträglichkeit und Wirksamkeit des Impfstoffs, so Burchard. Sind die Ergebnisse positiv, so rechnen die Forscher mit einer Zulassung im Spätherbst.

Burchard wies Politiker-Behauptungen, der Impfstoff löse Krebs aus, zurück. Er enthalte ausschließlich nicht vermehrungsfähige Komponenten des Subtyps A/H1N1. Eine Erkrankung an der Schweinegrippe sei deshalb auch unmöglich. Er erwarte Nebenwirkungen wie "lokale Rötungen" an der Einstichstelle oder leichte grippeähnliche Symptome. Die Probanden erhalten eine Aufwandsentschädigung für Fahrtkosten sowie möglicherweise einen Schutz gegen die Neue Grippe.

Bereits am vergangenen Samstag fiel der Startschuss der Testphase im Würzburger Krankenhaus Juliusspital. Auch München folgte gestern, wie der Sprecher des Klinikums der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) bestätigte. Insgesamt sollen 14.000 Probanden an den Studien teilnehmen, davon 2.000 Kinder. Während die Testphase nun angelaufen ist, befindet sich die Debatte über die Übernahme der Impfkosten immer noch im vollen Gange. Während die Bundesregierung von 600 Millionen Euro spricht, schätzen die gesetzlichen Krankenkassen und Vertreter der Landesministerien die Impfkosten auf eine Milliarde Euro. Als Grund nennen sie, dass viele Bürger sich in Arztpraxen impfen lassen werden, anstatt wie vom Bund vorgesehen ausschließlich im öffentlichen Gesundheitsdienst.

Die AOK lenkte gestern ein, keine Zusatzbeiträge zu erheben. Die KKH-Allianz und die Gmünder Ersatzkasse haben sich schon vor einigen Tagen bereit erklärt, die Kosten für ihre Versicherten zu übernehmen. Die restlichen gesetzlichen Krankenkassen hingegen weigern sich weiterhin. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) verurteilt deren Verhalten scharf: "Ich sehe keinen Grund für Zusatzbeiträge." Sie forderte, "dass die Kassen die geplanten Impfungen bezahlen." Außerdem meint sie: "Es gibt auch genug Kassen, die wissen, dass Impfen kostengünstiger ist als die Behandlung von kranken Menschen." In der 'Bild am Sonntag' kommentierte der bayerische Gesundheitsminister Markus Söder (CSU): "Impfungen sind grundsätzlich Kassenleistung und die Patienten zahlen hohe Beiträge, deswegen können sie auch entsprechende Leistungen erwarten." Das Kabinett möchte morgen dieser Debatte ein Ende setzen und eine entsprechende Verordnung verabschieden.

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Heute Mittag gab der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) auf einer Pressekonferenz bekannt, dass das neue Schuljahr im größten Bundesland Deutschlands wie geplant am 17. August starten und somit trotz der Schweinegrippe nicht verschoben werde. Das Gremium aus Experten der Gesundheitsämter und Virologen habe sich einmütig gegen eine verlängerte Schulschließung ausgesprochen, erklärte Laumann. In Nordrhein-Westfalen gibt es mit Abstand die meisten bestätigten Influenza-H1N1-Fälle in Deutschland (3.583 Infizierte). Andere Bundesländer, in denen die Schule bereits regulär begonnen hat (Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Bremen), meldeten keine Auffälligkeiten. Das Robert-Koch-Institut (RKI) registrierte am vergangenen Freitag 9.770 bestätigte Fälle.

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