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19.05.2008NICHTS ZU PEINLICH

Kurt Beck kritisiert Wieczorek-Zeuls Treffen mit Dalai Lama als 'Scheiß'

Zum Abschluss der fünftägigen Deutschlandtour des Dalai Lama hat sich Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) als einziges Regierungsmitglied mit dem Dalai Lama in Berlin getroffen, und ist dabei auf herbe parteiinterne Kritik gestoßen: Insbesondere SPD-Chef Kurt Beck und Außenminister Frank-Walter Steinmeier fürchten eine Gefährdung des Dialogs zwischen China und Tibet, nachdem die chinesische Führung bereits gegen das Berliner Treffen protestiert hat.

Wieczorek-Zeul verteidigte ihr Treffen mit dem Dalai Lama indessen als wichtigen Bestandteil für einen gewollten Dialog mit allen Beteiligten und wies darüber hinaus Vermutungen zurück, das geistliche Oberhaupt der Tibeter im Auftrag von Bundeskanzlerin Merkel zu treffen.

Zuvor hatte der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzender Kolbow die umstrittene Zusammenkunft im Berliner Adlon-Hotel als "rein privates Treffen" von Frau Wieczorek-Zeul herunterzuspielen versucht, was die zum linken SPD-Flügel gehörende Politikerin bereits durch einen Sprecher zurückwiesen ließ.

Um einen Konflikt mit China zu vermeiden hatte SPD-Politiker Steinmeier zuvor ein Berliner Treffen mit dem Dalai Lama ausgeschlossen.

SPD-Chef Kurt Beck wäre es ganz offensichtlich lieber gewesen, wenn Wieczorek-Zeul Steinmeiers Beispiel gefolgt wäre: Beck zeigte sich jedenfalls besonders empört über den "Scheiß, der nicht mehr rückgängig zu machen" sei und echauffierte sich vor allem darüber, dass vorab "keiner von uns" über das Treffen informiert worden sei.

"Einige Führungspersönlichkeiten, die fühlen sich etwas unwohl dabei. Das ist kein Problem." gab sich der Dalai Lama indessen in einem n-tv Exklusiv-Interview gelassen.

Als Berliner Gast will der Exiltibeter Gespräche mit dem Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages, Ruprecht Polenz (CDU) und der Grünen-Spitze unter Renate Künast, Fritz Kuhn und Claudia Roth führen.

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Des Weiteren wird der Dalai Lama am heutigen Montag eine Rede auf einer Solidaritätskundgebung vor dem Brandenburger Tor halten, zu der die veranstaltende ´Deutschland Initiative Tibet´, rund 15.000 Menschen erwartet: Unter den Pro-Tibet-Gästen werden sich erwartungsgemäß auch Prominente wie die Schauspielerin Hannelore Elsner, Regisseur Christoph Schlingensief und die Band "Wir sind Helden" befinden. (sbe)

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