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Horst Seehofer kurz vor dem Ziel seiner Träume: Die Staatskanzlei

08.10.2008RÜCKZIEHER VON GOPPEL UND HERRMANN

Horst Seehofer kurz vor dem Ziel seiner Träume: Die Staatskanzlei

Der Weg für Horst Seehofer im Rennen um das Amt des bayrischen Ministerpräsidenten ist frei. Einen Tag vor der Abstimmung in der CSU-Landtagsfraktion zogen die Mitbewerber Thomas Goppel und Joachim Herrmann ihre Kandidaturen zurück. Eine neuerliche Kampfabstimmung innerhalb der CSU ist somit vermieden.

Am heutigen Mittwoch soll Seehofer von der Fraktion offiziell als Kandidat bestätigt werden, bevor er dann voraussichtlich am 27. Oktober vom Landtag gewählt werden wird. Zwei Tage zuvor soll Seehofer auf einem Sonderparteitag der Christsozialen den Parteivorsitz vom zurückgetretenen Erwin Huber übernehmen.

Seehofer, Herrmann, Goppel und Huber hatten sich am gestrigen Dienstagnachmittag im bayrischen Innenministerium in München getroffen. Zumindest Herrmann musste sich offenbar dem Druck einiger einflußreicher CSU-Mitglieder beugen. So sollen unter anderem Landtagspräsident Alois Glück sowie der scheidende Ministerpräsident Günther Beckstein persönliche Gespräche mit dem bayrischen Innenminister geführt und ihm vom Verzicht auf seine Kandidatur überzeugt haben. Noch am Montag hatten sowohl Herrmann als auch Goppel auf ihrer Kandidatur beharrt.

Mit dem Rückzug des Innenministers und des bayrischen Wissenschaftsministers Goppel werde der Weg frei gemacht für die "in der CSU mehrheitlich gewünschte Zusammenführung der beiden Spitzenämter in Staat und Partei", hieß es in einer Mitteilung der CSU. Staatskanzleichef Eberhard Sinner, dessen unterfränkischer Bezirksverband mehrheitlich Goppel favorisierte, gab sich zufrieden mit der gefundenen Lösung. Diese sei "allemal besser als eine Kampfabstimmung", so Sinner. Auch der CSU-Bezirksverband Mittelfranken, der die Kandidatur Herrmanns unterstütze, kündigte an, mit Seehofer solidarisch zu sein.

Offen ist noch die Personalie Georg Schmid. Der Chef der CSU-Landtagsfraktion meldete ebenfalls Ambitionen auf das Amt des Ministerpräsidenten an, zog seine Kandidatur jedoch bereits letzten Freitag zurück. Die Wahl zum Fraktionsvorsitzenden im Landtag steht ebenfalls am heutigen Mittwoch an, Seehofer soll jedoch Erwin Huber für das Amt favorisieren. Die restliche Parteispitze soll sich dagegen für den bayrischen Umweltminister Otmar Bernhard ausgesprochen haben.

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Unklar ist ebenfalls, wer die Nachfolge Seehofers als Bundeslandwirtschaftsminister in Berlin antreten wird. Als aussichtsreichste Kandidaten gelten Staatsekretär Gerd Müller, der oberfränkische CSU-Bezirkschef Karl-Theodor zu Guttenberg sowie die Bundestagsabgeordnete Ilse Aigner. (fr)

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