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23.06.2008DOCH LAFONTAINE VERWEIGERT SICH

Gesine Schwan driftet nach links ab: "Vereinigung mit Linkspartei möglich"

SPD-Präsidentschaftskandidatin Gesine Schwan hat ausgerechnet der 'Bild'-Zeitung mitgeteilt, dass sie eine Vereinigung von SPD und Linkspartei langfristig für denkbar hält – und stößt dabei auf heftige Kritik, auch aus eigenen Reihen. "In einem Fünf-Parteien-System werden wir in Zukunft noch manche Überraschung erleben", so die Worte der SPD-Präsidentschaftskandidatin, der es darum geht „vor Wahlen nicht alle möglichen Koalitionen kategorisch auszuschließen."

Einer "irgendwann" denkbaren Annäherung zwischen SPD und Linkspartei stünden jedoch momentan die "grundsätzlichen Unterschiede in vielen zentralen Fragen" im Weg.

In den parteieigenen Reihen steht indessen aber mindestens einer auf eindeutigem Kriegsfuß mit Schwans betonter Offenheit: So warnte der stellvertretende SPD-Vorsitzende Frank-Walter Steinmeier seine Partei vor einem Linksschwenk, während er ihr anstelle dessen riet, "etwas zu tun für die Mitte der Gesellschaft, zu der auch die meisten unserer Wähler gehören". Im ARD-Morgenmagazin warb der betonte Reformer für die Fortführung der umstrittenen Agenda 2010.

Schwans angedeuteter Bereitschaft, sich notfalls auch mit Stimmen aus der Linksparteien wählen zu lassen, stößt insbesondere auch dem aus der ehemaligen DDR stammenden Liedermacher Wolf Biermann auf: Schwan lasse sich von "linken Mumien des alten totalitären Machtapparates der DDR" missbrauchen. "Den Deutschen zuliebe" wünscht der einstige Schwan-Befürworter das Scheitern der SPD-Präsidentschaftskandidatin.

Mit Verweis auf so manche Vergangenheit als SED-Funktionäre fordert Biermann die jetzigen Angehörigen der Linkspartei auf: "Sie müssen sich ändern und sich nicht nur geschickt wenden statt wandeln." Im Vorfeld der Bundespräsidentschaftswahlen zeigt sich Gesine Schwan unterdessen zuversichtlich, dass sie sogar „Stimmen aus Union und FDP bekommen kann" - deren eindeutiger Favorit heißt bislang aber Horst Köhler.

Der Parteichef der Linkspartei, Oskar Lafontaine, verkündete indessen, seine Partei "sehe bislang keine Gründe" , Schwan zu unterstützen. (sbe)

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