Nachdem die Landtagswahl in Bayern der CSU den Verlust der Alleinherrschaft beschert hat, beginnen nun die Koalitionsgespräche zwischen den Parteien. Das Zünglein an der Waage könnten hierbei die Freien Wähler sein. Sollte es zu einer Zusammenarbeit zwischen den beiden Parteien kommen, könnte Gabriele Pauli wieder ins Rampenlicht rücken. Die einstige CSU-Rebellin ist über die Landesliste der Freien Wähler in den Landtag eingezogen, und liebäugelt nun mit einem Kabinettsposten.
„Ich kann mir vorstellen, mit allen im Landtag vertretenen Parteien zusammenzuarbeiten. Hier gibt's keine Scheuklappen", erklärte die ehemalige Fürther Landrätin dem 'Morgenmagazin' von ARD und ZDF. Sollte es zu einer Koalition von CSU und Freien Wählern kommen, sei sie bereit, Verantwortung zu übernehmen, versicherte Pauli. Über die Liste in Mittelfranken wird Pauli in den neuen bayrischen Landtag einziehen, obwohl die 51-Jährige in ihrem Stimmkreis gegen Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) verlor. Pauli kam auf 7,3 Prozent der Erststimmen und lag damit unter dem Landesdurchschnitt der Freien Wähler, jedoch konnte sie die meisten Gesamtstimmen im Bezirk auf sich vereinigen, und schaffte damit den Sprung in den Landtag.
Entsprechend sprach die frühere CSU-Rebellin von einem „phänomenalen Ergebnis". Nach Auszählung von fünf von sieben Stimmkreisen in Mittelfranken hat Pauli mehr Gesamtstimmen erhalten als Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU). „Das heißt, dass ganz viele bewusst mich als Person gewählt haben", freute sich die frühere Landrätin.
Mit der Wahl in den Landtag konnte die umstrittene Pauli ihr Verschwinden in die politische Versenkung noch einmal abwenden. Am 21. November des vergangenen Jahres war die als „Königsmörderin" verschrieene aus der CSU ausgetreten. Mitte Juni trat die 51-Jährige den Freien Wählern bei - ihre Aufnahme war auch innerhalb der Partei umstritten, wie ein Zitat des Landesvorsitzenden Hubert Aiwanger zeigt: „Wir sind nicht glücklich darüber, aber wir können und werden nicht dagegen einschreiten." Vielmehr kandidierte Pauli für ihre neue Partei im selben Wahlkreis wie Ministerpräsident Günther Beckstein. Unzweifelhaft hat die schillernde Persönlichkeit Pauli viele Stimmen für die Freien Wähler gezogen, und zu dem beeindruckend guten Resultat der Partei beigetragen.
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Die Abgeordneten der Freien Wähler wollten nach Angaben von Gabriele Pauli noch am Abend des gestrigen Montag über das weitere Vorgehen beraten. Eine Koalition mit der CSU ist alles andere als abwegig, wie auch Hubert Aiwanger unterstreicht: „Unsere Stärke liegt in der Kommunalpolitik, wo die CSU gerade Schwächen gezeigt hat. Die CSU hätte in uns einen verlässlichen Partner, weil unsere Themen und unser Personal sehr geerdet sind." (mre)