Es ist kaum einige Wochen her, da war sie das Zugpferd der Partei Frei Wähler Bayern zur Europawahl: Gabriele Pauli. Jetzt ist sie aus dessen Mitte ausgeschlossen und aus der bayrischen Landtagsfraktion geworfen worden. Grund: Die ehemalige CSU-lerin hat vor, eine eigene Partei zu gründen.
„Wir arbeiten ohne Frau Pauli weiter", erklärte Frei Wähler-Fraktionschef Hubert Aiwanger am Dienstag in der bayrischen Hauptstadt nach einer Fraktionssitzung. Diese hatte es in sich gehabt: 17 von insgesamt 20 Abgeordneten hätten dabei für den Ausschluss der ehemalige Fürther Landrätin aus der Partei gestimmt, zwei hätten sich bei der Stimmvergabe enthalten.
Ein Grund für den plötzlichen Rausschmiss der 51-jähirgen: Ihr Alleingang lasse sich den Wählern nicht erklären. „Wir mussten jetzt definitiv diese Notbremse ziehen," so Aiwanger weiter. Der gefallene Europawahl-Kampagnenstar muss nun den Vorsitz des Innenausschusses offiziell abgeben.
Ein weiterer Aspekt der unliebsamen Verabschiedung dürften die Pläne Paulis sein eine eigen Partei zu gründen. So hatte sie erst vor kurzem noch bekannt gegeben, dass sie diese Woche ihre neue Gründung der Öffentlichkeit vorstellen möchte um damit bei der Bundestagswahl 2009 antreten zu können.
Das wäre dann der dritte Politanlauf der Politikerin in nur anderthalb Jahren. Dabei blickt die Diplom-Kauffrau auf ein bewegtes politisches Leben zurück. Als CSU-Mitglied fordert sie nicht nur die Begrenzung der Ehe auf sieben Jahre sonder trug auch noch maßgeblich zum Sturz des damaligen Parteichefs und bayrischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber bei.
Auch bei den Freien Wählern machte sie intern am meisten mit gewagten Alleingängen auf ihre Person aufmerksam. So verschaffte sie sich einen ganz eigentümlichen Ruf innerhalb der Partei-Reihen. Der Bundesvorsitzende Armin Grein attestierte ihr die „Allüren eines Tanzmariechens". Seit Dienstag gehört die Umstrittene nun nicht mehr dazu - nach nur einem Jahr.
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Deswegen scheint sie sich aber keine Sorgen zu machen: „Ich bin bereit meinen Weg auch alleine zu gehen. Das ist für mich nichts Neues", so Pauli nach dem Rausschmiss. (sdo)