Laut ZDF-Politbarometer holen die Sozialdemokraten in der Wählergunst gehörig auf. Noch eine Hiobsbotschaft hat die repräsentative Umfrage für die Union parat: Der neue Vizekanzler Frank Walter Steinmeier überholt Kanzlerin Angela Merkel in den Beliebtheitswerten.
Nach der Verabschiedung des alten Vizes Franz Müntefering steigen die Umfragewerte der SPD langsam an: Die Sozialdemokraten kommt in der Frage nach der politischen Stimmung auf 33 Prozent und verbuchen damit 3 Prozentpunkte mehr als vor zwei Wochen. Die Union stagniert bei 41 Prozent. Die Grünen gewinnen wie die SPD zwei Punkte hinzu und kommen auf 10 Prozent.
Auf der Verliererseite stehen die FDP und Die Linke selten vereint. Die Liberalen verlieren zwei Punkte und krebsen an der fünf Prozent-Hürde herum. Die Linke verliert sogar erdrutschartige fünf Punkte und ist mit 7 Prozent nur noch viertstärkste Kraft.
Auch bei der Frage nach einer möglichen Wahlentscheidung legte die alte rot-grüne Koalition zu. Demnach käme das mitte-links Bündnis auf 40 Prozent. Damit wäre an eine Neuauflage einer rot-grünen Regierung nicht zu denken. Doch auch die bürgerlichen Parteien aus FDP und Union könnten mit immerhin 46 Prozent keine Mehrheit erwarten. Entscheidendes Zünglein an der Waage ist demnach Die Linken, die mit neun Prozent der Stimmen rechnen könnte.
Dennoch wünschen sich die meisten Befragten keine neuerliche Große Koalition: Drei Viertel halten den Vorwurf für zutreffend, dass Union und SPD sich in wichtigen Fragen gegenseitig blockieren. Die überwiegende Mehrheit von 61 Prozent sihet die Schuld für die Blockade gleichermaßen bei Union und SPD. Mit einer Verbesserung der Zusammenarbeit der Koalition in den nächsten zwei Jahren vor der Wahl rechnen nur 9 Prozent.
In der Rangliste der zehn beliebtesten Politiker rutscht Angela Merkel ab. Ihr neuer Vize Steinmeier löst die Kanzlerin mit seiner gewohnt ruhigen Art von der Spitze ab. Auf auf den folgenden Plätzen stehen SPD-Politiker. Der zurückgetretene Franz Müntefering rangiert vor Finanzminister Peer Steinbrück auf dem dritten Platz. Obwohl der SPD-Vorsitzende Kurt Beck nur auf Platz sechs der beliebtheitskala steht, wünscht sich eine Mehrheit den Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz als SPD-Kanzlerkandidaten. Dabei liegt Beck jedoch mit 15 Prozent nur noch knapp vor Außenminister Steinmeier, der auf 13 Prozent kommt.
Damit zeigt das ZDF-Politbarometer, für das die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen 1303 Wahlberechtigte befragte, einen klaren Aufwärtstrend der SPD. Vor allem der Parteivorstand um die neu gewählten Vertreter des Vorsitzenden Beck, die Minister Steinmeier und Steinbrück, helfen den Sozialdemokraten aus ihrem Umfrageloch heraus. Pünktlich zur Koalitions-Halbzeit ist damit auch Angela Merkels Höhenflug vorerst beendet. (cai)