Wie das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag von RTL und 'Stern' am heutigen Mittwoch bekannt gegeben hat, könnte es sehr knapp für schwarz-gelb werden. Mit 48 Prozent liegt Merkels Wunschkoalition um einen Prozentpunkt vor rot-rot-grün. Ein Unionsstratege kündigte bereits eine Debatte an, sollte die CDU/CSU unter 35 Prozent fallen.
Laut Forsa-Umfrage entschieden sich 35 Prozent für die Union, 26 Prozent für die SPD, 11 Prozent für die Grünen, 13 Prozent für die FDP und zehn Prozent für die Linke. CDU/CSU und FDP könnten so auf lediglich 48 Prozent kommen, eine Koalition von SPD, Linke und Grünen liegt mit 47 Prozent denkbar knapp hinter schwarz-gelb. In der vergangenen Woche gewann die SPD vier Prozentpunkte dazu, wahrscheinlich aufgrund des guten Abschneidens Steinmeiers beim TV-Duell. Die Linken mussten drei Punkte einbüßen. Die anderen Parteien blieben gleich.
Im Vergleich zum Umfrage-Ergebnis am Tag nach dem TV-Duell musste die Union in dieser Woche zwei Punkte abtreten, während die SPD um zwei Punkte zulegen konnte. Allerdings, so Experten, könne man die wöchentlichen Umfrage nicht mit der, die nach dem TV-Duell durchgeführt wurde, vergleichen, da bei letzt genannter nur 1.008 Leute befragt wurden, das waren 1.495 weniger als bei der Umfrage in der vergangenen Woche.
Außerdem ergab die Umfrage der letzten Woche, dass nur noch 49 Prozent die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) direkt wählen würde. Herausforderer Frank-Walter Steinmeier würden 26 Prozent ihre Stimme geben.
Das gute Ergebnis der SPD begründete Forsa-Chef Manfred Güllner damit, dass dem SPD-Kanzlerkandidaten gelungen sei, einen Teil der SPD-Abwanderer wieder einzufangen. 76 Prozent der SPD-Anhänger wollen ihn laut Forsa-Umfrage im Kanzleramt sehen. In den letzten Wochen waren es immer nur zwischen 50 und 60 Prozent.
Doch die Union möchte sich noch nicht geschlagen geben. CDU-Vize und hessische Ministerpräsident Roland Koch erklärte im 'Hamburger Abendblatt': "Niemand sollte glauben, dass wir die Bundestagswahl von der Zuschauertribüne aus gewinnen." Dies gelte für jeden einzelnen CDU-Anhänger genauso wie für die CDU-Führung.
Merkel zugute kommen könnte noch der G-20-Gipfel, der am morgigen Donnerstag in Pittsburgh stattfinden wird. Hier möchte die Kanzlerin ihre Vorschläge für Maßnahmen gegen die Finanzkrise verkünden. Auch Überhangmandate könnten die Kanzlerin knapp in eine Koalition mit FDP manövrieren. Güllner bestätigt diese Option: "Das Rennen wird wieder knapp. Aber zusammen mit den Überhangmandaten könnte es für Union und FDP eine Mehrheit geben."
Ein Unionsstratege kündigte trotzdem bereits in der 'Financial Times Deutschland' an: "Die CDU ist nicht so gestrickt, dass sie ihr Spitzenpersonal schlachtet. Aber bei 35 Prozent oder weniger werden wir eine Debatte haben."
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Ein Viertel der Wähler sind bislang noch unentschlossen, welche Partei sie am kommenden Sonntag bei der Bundestagswahl ankreuzen werden. Güllner kommentierte hierzu: "Möglich sind aber noch Verschiebungen innerhalb der Lager, vor allem zwischen Union und FDP. Viele taktisch denkende Unionswähler warten bis zur letzten Sekunde, ob sie ihr Kreuz bei der Union oder der FDP machen."