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04.06.2008VOLKSPARTEI ADÉ?

Dramatischer Vertrauensverlust: SPD stürzt auf Rekordtief von 20 Prozent

Die SPD stürzt in der Wählergunst immer weiter ab. Die einstige Volkspartei kommt in der wöchentlichen Forsa-Umfrage auf nur noch 20 Prozent. Der Vorsprung auf die Linkspartei beträgt nur noch fünf Prozentpunkte. Die Nominierung von Gesine Schwan zur Präsidentschaftskandidatin hat die Sozialdemokraten entgegen der Kalkulation der Parteispitze weitere Stimmen gekostet.

Nur noch jeder fünfte Deutsche würde die SPD wählen, wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahlen stattfänden. In der wöchentlichen Befragung von Forsa für den Stern und RTL kamen die Sozialdemokraten auf nur noch 20 Prozent und verloren im Vergleich zur Vorwoche, in der sie bei 23 Prozent lagen, weiter an Boden.

Der Fall der einstigen Volkspartei geht unaufhaltsam weiter. Die Linke kommt auf 15 Prozent, und den Sozialdemokraten damit bedrohlich nahe. Die Union mit 36 Prozent ist den Genossen mit Meilenstiefeln davon geeilt und muss sich über die Inkompetenz der SPD-Führung insgeheim ins Fäustchen lachen. Auch die anderen Parteien profitieren vom Umfragetief der SPD. Die Grünen kommen auf 12, die FDP auf 13 Prozent.

Forsa-Chef Manfred Güllner bezeichnete den SPD-Wert als einen „bis jetzt nicht für möglich gehaltenen Tiefpunkt". Laut Güllner habe Präsidentschafts-Kandidatin Gesine Schwan der Partei geschadet, als sie ankündigte, auch um die Stimmen der Linken werben zu wollen. "Viele Wähler fürchten, dass entgegen allen Beteuerungen von Parteichef Kurt Beck mit ihrer Kandidatur ein Signal für ein bundesweites Zusammengehen mit der Linkspartei gegeben wird", erklärte Güllner gegenüber dem Stern.

Besonders dramatisch für die SPD ist der Vertrauensverlust in der männlichen Bevölkerung. Nur noch 17 Prozent gaben an, die SPD wählen zu wollen. Auf die gleiche Zahl kommt auch die Linkspartei, 16 Prozent der männlichen Wähler würden für die FDP stimmen.

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Forsa fragte vom 26. bis 30. Mai, und damit vor dem Zukunftskonvent der SPD am vergangenen Samstag, 2.501 wahlberechtigte Bundesbürger. Die Sozialdemokraten erhoffen sich weiterhin von dem Konvent einen Aufschwung in den Umfragewerten und eine Umkehr des Negativtrends. In Nürnberg hat Beck eine Zusammenarbeit auf Bundesebene mit der Linkspartei abermals ausgeschlossen. Erst die nächste Sonntagsfrage wird zeigen, ob ihm die Wähler noch Glauben schenken. (vd)

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