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Mauerfall: Berlin feiert Ende des 'antifaschistischen Schutzwalls' mit internationaler Prominenz

09.11.200920 JAHRE DANACH

Berlin feiert Ende des 'antifaschistischen Schutzwalls' mit internationaler Prominenz

Am heutigen Montag, 20 Jahre nach dem Tag des Mauerfalls, laufen die Feierlichkeiten auf Hochtouren. Höhepunkt wird das große 'Fest der Freiheit' am Brandenburger Tor sein, an dem die Regierungschefs aller EU-Mitgliedsstaaten, die US-Außenministerin Hillary Clinton und Russlands Präsident Dmitri Medwedew teilnehmen werden.

Die Festivitäten an dem Jubiläumstag begannen mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Gethsemanekirche am Prenzlauer Berg. Nicht ohne Grund wurde diese Kirche gewählt: sie gilt als Kontakt- und Nachrichtenzentrale der friedlichen Revolution von 1989. In Anwesenheit der Bundeskanzlerin Angela Merkel und des Bundespräsidenten Horst Köhlers ruft der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz Erzbischof Robert Zolllitsch dazu auf, "gemeinsam in Ost und West, in Geduld und Ausdauer weiter Brücken zueinander zu bauen." Dieser Appell liegt ganz auf einer Linie mit der Äußerung der Kanzlerin, dass die "deutsche Einigung noch nicht vollendet" ist.

Am Nachmittag ist Angela Merkel dann wie schon am 9. November 1989 über die frühere Grenze an der Bornholmer Straße in den Westen spaziert - dieses Mal allerdings in Begleitung des ehemaligen russischen Präsidenten Michail Gorbatschow, des polnischen Bürgerrechtlers und ehemaligen Staatspräsidenten Lech Walesa, des regierenden Berliner Bürgermeisters Klaus Wowereit und zahlreicher Bürgerrechtler aus der ehemaligen DDR.

Symbolisch eingerissen wird die Mauer dann beim `Fest der Freiheit` am Brandenburger Tor. 1000 bunt bemalte Domino-Steine aus Styropor, die entlang des ehemaligen Grenzverlaufs vom Potsdamer Platz zum Brandenburger Tor aufgestellt sind, werden um 20 Uhr zum Einsturz gebracht. "Wir haben am 9. November 1989 das Unmögliche als möglich erlebt. Es ist eine wunderbare Erfahrung, dass Mauern eingerissen werden können", kommentierte Merkel heute die historischen Ereignisse auf einer Konferenz zu den internationalen Folgen des Mauerfalls.

Die Kanzlerin setzte sich in diesem Rahmen ebenfalls für eine neue Weltordnung ein: "Diese Welt wird keine friedliche Welt sein, wenn wir nicht zu mehr globaler Ordnung und zu mehr multilateraler Zusammenarbeit finden."

Hillary Clinton, die amerikanische Außenministerin, bezeichnete den Fall der Mauer am Sonntag Abend als eines der wichtigsten Ereignisse des 20. Jahrhunderts. Die Ereignisse vom 9. November 1989 hätten die Landschaft eines Kontinents verändert.

Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle (FDP) sagte, die Mauer sei nicht gefallen: "Sie wurde eingedrückt. Von Menschen, und zwar von Osten nach Westen. Sie wurde umgestürzt, abgetragen, niedergerissen, in einer friedlichen Revolution."

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Doch nicht nur Deutschland feiert heute dieses Ereignis mit internationaler Tragweite. Auch in anderen europäischen Hauptstädten wird der Tag entsprechend zelebriert: In London bauten Künstler vor der deutschen Botschaft eine Mauer aus Eis, die bei Temperaturen um 10°C schnell schmolz. Frankreich organisierte eine Licht- und Tonschau am Place de la Concorde, die per Live-Schaltung mit Berlin korrespondiert. Und auch Warschau, Madrid und Belgrad haben symbolische Aktionen geplant.

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