Unbekannte haben in der Nacht auf den heutigen Donnerstag in der Nähe der afghanischen Stadt Kundus einen Sprengstoffanschlag auf eine Bundeswehr-Patrouille verübt. Dabei sind zwei deutsche Soldaten schwer und einer leicht verletzt worden.
Hinsichtlich der Identität der Täter gibt es derzeit keine Hinweise. Der Anschlag ereignete sich rund sieben Kilometer westlich von der nordafghanischen Stadt, in der sich der deutsche ISAF-Stützpunkt befindet. Mohammad Omar, Gouverneur von Kundus, sagte dem ARD-Hörfunkstudio Südasien, das Bundeswehrfahrzeug sei auf eine Mine gefahren und sofort umgekippt. Ob der Sprengsatz ferngezündet wurde oder auf Kontakt reagierte, sei nicht bekannt.
Die beiden schwer verletzten Soldaten sollen noch am heutigen Donnerstag mit einem MedEvac-Flugzeug nach Deutschland ausgeflogen werden. Noch in der Nacht war ein Rettungshubschrauber der Bundeswehr von Masar-i-Scharif nach Kundus aufgebrochen, um den dritten Verletzten zurück in das Lazarett des zentralen deutschen Stützpunktes zu transportieren.
Die Lage um Kundus war in den letzten Monaten immer unsicherer geworden. Drei Bundeswehrangehörige waren im Mai des vergangenen Jahres bei einem Selbstmordanschlag ums Leben gekommen. Alleine seit Jahresbeginn kostete der Afghanistan-Einsatz 33 ausländische Soldaten das Leben. (vd)