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25.06.2007Fall Marco W.

17-Jährigem drohen in der Türkei acht Jahre Haft

Der 17-jährige Marco W. aus dem niedersächsischen Uelzen hatte in der türkischen Mittelmeerstadt Antalya einen Urlaubsflirt mit eine vier Jahre jüngeren Britin. Dem Jugendlichen drohen nun acht Jahre Gefängnis. Die Mutter des...

Der 17-jährige Marco W. aus dem niedersächsischen Uelzen hatte in der türkischen Mittelmeerstadt Antalya einen Urlaubsflirt mit eine vier Jahre jüngeren Britin. Dem Jugendlichen drohen nun acht Jahre Gefängnis.

Die Mutter des 13-jährigen britischen Mädchens hatte den deutschen Realschüler Marco W. wegen sexuellen Missbrauchs angezeigt. Der beteuert, dass er mit dem Mädchen nur geflirtet und sie sich außerdem als 15-Jährige ausgegeben hatte. In einer Stellungnahme ließen die Eltern verlauten, ihr Sohn fühle sich völlig unschuldig und wisse nicht, wie ihm geschieht.

Derweilen sitzt Marco W., der in seiner Freizeit als Jugendgruppenleiter sich beim Technischen Hilfswerk (THW) engagiert, im Gefängnis und wartet auf seine Verhandlung, die am 6. Juli stattfinden soll. Seit zehn Wochen muss sich Marco W. mit 30 weiteren ausländischen Gefangenen eine Zelle, eine Dusche und eine Toilette teilen. Bei einer Verurteilung drohen ihm drohen acht Jahre Haft.

Die Forderung der Bundesregierung, den inhaftierten Jugendlichen bis zu seiner Verhandlung auf freien Fuß zu setzen lehnte die türkische Justiz ab, so ein Sprecher des Auswärtigen Amtes. Die verzweifelten Eltern dürfen ihren Sohn nur zehn Minuten pro Woche sehen. „Er ist noch ein Kind. Er befindet sich seit zehn Wochen im türkischen Gefängnis in körperlich und psychisch äußerst schlechtem Zustand,“ so der Anwalt der Eltern.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier will am morgigen Dienstag mit seinem türkischen Amtskollegen Abdullah Gül über die Freilassung von Marco W. sprechen. „Vor allem Dingen werde ich morgen den türkischen Außenminister in Brüssel sehen und ihn darauf ansprechen können“, so Steinmeier am heutigen Montag in der ARD. „Gemeinsam mit den Eltern bemühen wir uns um eine Freilassung“, sagte Steinmeier.

Auch Christian Wulff (CDU), Niedersachsens Ministerpräsident, engagiert sich für die Freilassung des 17-Jährigen. Am heutigen Montag teilte Wullf mit: „Ich wende mich heute noch an den türkischen Ministerpräsidenten Erdogan, dass er sich um diesen Fall persönlich kümmern möge. Nach allem, was wir wissen, ist die Haft völlig unangemessen.“ (mb)

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