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Milchbauern rufen zum europaweiten Lieferstopp nach Deutschland auf

22.09.2009VERÄRGERUNG ÜBER TIEFE PREISE

Erzürnte Bauern konfrontieren EU-Kommission mit Milchsee

Seit etwa zehn Tagen protestieren rund 80.000 Milchbauern europaweit gegen den Tiefstand des Milchpreises. So zündeten sie am gestrigen Montag Heuballen vor der Europäischen Kommission in Brüssel an, um sie anschließend mit Milch zu löschen. Dort legten sie auch einen symbolischen Milchsee an.

Bereits am vergangenen Wochenende haben europäische Milchbauern nach Angaben des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM) insgesamt etwa 40 Millionen Liter Milch auf ihre Felder gespritzt. In Frankreich gibt es einen Lieferstopp.

Die Milchbauern forderten die Europäische Kommission auf, den Milch-Überschuss abzubauen und die Preise zu stabilisieren. Der Überschuss habe den Preis auf 20 Cent gedrückt, das reiche bei weitem nicht für die Kostendeckung, so die Demonstranten. Sie schlugen vor, den Milchpreis an Angebot und Nachfrage zu orientieren. 19 der 27 EU-Mitgliedsstaaten forderten nun weitere Hilfen für die Milchbauern. Bisher hatte die Milchquote die produzierte Milchmenge künstlich verknappt, um auch den kleinen Bauern zu höheren Preisen zu verhelfen. Diese wird allerdings bis 2015 schrittweise auslaufen und dem freien Markt überlassen.

"Die Agrarpolitik in der EU bedarf einer Neuorientierung", hieß es in einem Brief von Romuald Schaber, Präsident des Milcherzeugerverbandes European Milk Board (EMB). Er möchte nun mit EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso im Rahmen eines Krisentreffens über die Probleme der Milchbauern sprechen. "Zehntausende stehen kurz vor dem Ruin." Barroso ließ über seinen Stellvertreter Jean-Claude Thibault ausrichten, dass er die Proteste beobachte und EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel beeinflussen werde.

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Fischer Boel schlug bereits vergangene Woche vor, die Menge der in Europa produzierten Milch zu verringern, um die Milchpreise zu stabilisieren. EU-Staaten sollte es offenstehen, ob sie Quoten aufkaufen wollten. Sie befürwortete weiterhin die Abschaffung der Milchquote.

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