Sekten-Guru Ernano Barretta (68), mutmaßlicher Komplize von Promi-Gigolo und Sex-Erpresser Helg Sgarbi (44), hat Susanne Klatten (46) "Lust auf Sex" unterstellt. Auch würde er dem eigenen Bekunden zufolge die BWM-Erbin Susanne Klatten gerne persönlich kennenlernen.
Der Hotelier muss sich vor einem Gericht im italienischen Pescara wegen Anstiftung zur Sex-Erpressung verantworten. Der angebliche Guru gilt als Komplize des vor drei Wochen in München zu sechs Jahren Haft verurteilten Schweizers Helg Sgarbi.
Der Italiener war im Juni 2008 als Strippenzieher der erpresserischen Aktivitäten festgenommen worden. Er soll den ihm angeblich hörigen Sgarbi einsouffliert haben, reiche Damen auszunehmen, und ihn bei intimen Treffen heimlich gefilmt haben. Nach 40-tägigem Hungerstreik kam Baretta im vergangenen Februar allerdings wieder auf freien Fuß.
Der prominente Strafverteidiger Carlo Taormina unterstellt der deutschen Milliardärin indessen niedrige Beweggründe. Im Gespräch mit der 'Bild'-Zeitung erklärt der in Italien als Star-Anwalt geltende Jurist: "Mein Mandant ist ein Signore ohne Fehl und Tadel, der acht Monate unschuldig in U-Haft saß, weil eine Dame Lust auf Sex mit einem Herren hatte, der mit meinem Mandanten befreundet ist."
Baretta selbst hingegen gibt sich versöhnlich: "Ich würde Frau Klatten gerne kennenlernen. Ich liebe Deutschland und liebe meinen Freund Sgarbi - aber alles auf saubere und anständige Weise." Den Vorwurf, die von Klatten erpressten sieben Millionen in Empfang genommen zu haben, streitet der Guru aus Pescasansonesco vehement ab: "Ich bin ein unbescholtener Geschäftsmann. Ich betreibe ein gutgehendes Hotel."
Dafür, dass bei einer Razzia auf dem Anwesen des Baretta-Clans 560.000 Euro in Bar und 1,8 Millionen Schweizer Franken gefunden wurden, hat der im dunklen Anzug erschienene Italiener eine simple Erklärung: "Das Geld, das die Polizei fand, sind meine Ersparnisse: Ich vertraue keiner Bank - das ist ja wohl kein Verbrechen!"
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Am ersten Prozesstag verbuchte der mutmaßliche Erpresserkönig sogleich einen ersten Sieg: Er konnte Untersuchungsrichter Guido Campli (42) Befangenheit nachweisen. Nun muss ein anderer Richter sich der Sache annehmen, das Strafverfahren ist einstweilen auf den 9. April vertagt. (mso)