Wie die Staatsanwaltschaft München der dpa gegenüber bestätigt hat, ist Susanne Klatten erneut einem Erpressungsversuch zum Opfre gefallen. Drei Duisburger versuchten, Geld und ein Auto zu ergaunern. Es handelt sich für die BMW-Erbin um den dritten erlittenen Erpressungsversuch.
Oberstaatsanwalt Anton Winkler bestätigte einen Bericht der Münchner 'Abendzeitung' (AZ), wonach drei Männer aus Duisburg der Großaktionärin drohten, Sex-Videos von Treffen mit Gigolo Helg Sgarbi zu veröffentlichen, sollte Klatten ihnen nicht 800.000 Euro und einen BMW X5 zukommen lassen. Das Auto sollte auch als Übergabefahrzeug dienen. Nach AZ-Informationen kontaktierte die Milliardärin jedoch sofort die Polizei und lockte die Erpresser in eine Falle.
Die Münchnerin schaltete in der 'Westdeutschen Allgemeinen Zeitung' bestimmte Anzeigen, die im Erpresserbrief als Code für das Einverständnis des Opfers festgelegt waren. Das Schreiben war Mitte Juni in Klattens Münchner Sekretariat eingegangen. Die Großaktionärin gab in den Zeitungsannoncen eine Mobiltelefonnummer an, mithilfe derer die Polizei den Tatverdächtigen auf die Schliche kam. Am vergangenen Mittwoch nahmen die Ermittler die Duisburger bei einer fingierten Geldübergabe fest.
Jetzt sitzt das Trio in Duisburg in Untersuchungshaft, soll aber demnächst nach München gebracht werden. Zwei der drei Erpresser sind bereits wegen Betrugs vorbestraft, der eine zusätzlich noch wegen Drogendelikten. Eine Verbindung zu den Hintermännern der anderen Klatten-Erpressungen besteht nicht. In den kommenden Wochen soll die Staatsanwaltschaft Anklage in München erheben.
Ein Sprecher der Milliardärin dankte den Ermittlern für den Erfolg und drückte seinen Respekt für die zielorientierte Arbeit aus, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Zu den Vorkommnissen wollte sich Susanne Klatten nicht weiter äußern. Es ist bereits der dritte Fall von Erpressung der BMW-Erbin.
Erst im März hatte ein Trittbrettfahrer versucht, 75.000 Euro zu erpressen. Johannes F. hatte sich als Bekannter von Sgarbi ausgegeben und behauptet, den Ort zu kennen, an dem sich die Sex-Videos befänden. Klatten sollte das Geld in einer Kamps-Bäckerei in Bochum hinterlegen. Die Polizei schnappte den Erpresser jedoch, das Verfahren gegen ihn ist derzeit jedoch ausgesetzt worden.
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Ebenfalls im März 2009 verurteilte das Landgericht München den Schweizer Helg Sgarbi zu sechs Jahren Haft. Klattens Geliebter hatte die Quandt-Erbin zunächst mit einer erfundenen Geschichte um sieben Millionen Euro erleichtert. Anschließend versuchte der 44-Jährige, seine zeitweilige Partnerin zu erpressen. Sgarbi forderte bis zu 290 Millionen Euro von der Milliardärin und drohte damit, Sex-Videos von ihr zu veröffentlichen. Klatten jedoch zeigte den Schwindler an. (nhe)