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26.09.2008WER BÜRGT FÜR WIE VIEL?

Maxfield-Pleite: Franjo Pooth und die Millionen-Forderung der Commerzbank

Er kam nicht, er sah damals wohl auch nichts voraus und es ist außerdem mehr als fraglich, ob er siegen wird: Franjo Pooth erschien zum Prozessauftakt um die Millionenpleite seiner Firma Maxfield nicht persönlich. Zu Beginn der Verfahrens-Serie ließ sich der Mann von Verona Pooth durch einen Anwalt vertreten. Am vergangenen Dienstag stand allerdings nur der Gütertermin an, also die Gelegenheit für beide Parteien, sich vor der eigentlichen Verhandlung zu einigen. Doch das ist nun wohl ausgeschlossen.

Es geht um viel Geld, aber bislang noch nicht um eine Haftstrafe. Die Commerzbank will von Pooth 1,8 Millionen Euro zurück, nachdem seine Firma Maxfield vor dessen Pleite ein Darlehen in Höhe von sechs Millionen Euro erhalten hatte. Der Verona-Gatte hatte offenbar zugesagt, für bis zu drei Millionen Euro mit seinem Privatvermögen zu bürgen.

Ein Vergleich kam nun nicht zustande. Die Commerzbank besteht weiterhin auf der Rückzahlung der gesamten Summe. Höchstens über die Form der Rückzahlung könne man verhandeln, hieß es aus informierten Kreisen. Die Argumentation von Pooth hingegen ist anders: Die Kreditobergrenze habe bei maximal 1 Million Euro gelegen, mehr erkennt Franjo als Rückzahlungsforderung nicht an. Zudem hätte der Kredit so ohnehin nie vergeben werden dürfen, lautet die Verteidigungsstrategie.

Verona Pooth
10 Bilder



Dennoch ist es wahrscheinlich, dass Pooth zumindest einen Teil des Geldes zurückzahlen müsse, eben so viel er hat. Ob das Gericht seine Argumentation zu einer Kreditobergrenze ähnlich sieht ist fraglich: Zwischen den Kredit-Konditionen und Pooths Vermögensverhältnissen habe ein krasses Missverhältnis bestanden, erklärte Franjos Anwalt. Das heißt auf hochdeutsch, es sei zu erwarten gewesen, dass Pooth die Schulden nie zurückzahlen würde. Solche Bürgschaften könnten bei Privatpersonen nichtig sein, jedoch nicht bei Geschäftsführern wie Pooth, entschied nun die Richterin.

Die Commerzbank hat nun zwei Wochen Zeit, ihren Standpunkt schriftlich zu formulieren. Nächster Gerichtstermin ist der 28. Oktober. Dann könnte bereits die Entscheidung fallen, zumindest wenn keine neuen Fakten auf den Tisch kommen. Auch dann wird Franjo Pooth wahrscheinlich nicht persönlich anwesend sein, schließlich muss der Beklagte bei einem Zivilprozess nicht erscheinen.

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Der nächste Prozess für Pooth naht schon mit sieben-Meilen-Stiefeln: Dann wird es die Stadtsparkasse sein, die eine Millionenforderung an den Maxfield-Geschäftsführer stellt. Die Verhandlung könnte im März beginnen, erklärte eine Gerichtssprecherin. Damit könnte nach einem heißen Herbst ein noch heißerer Frühling auf Franjo Pooth warten. (cai)





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