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20.03.2009VOM ANBLICK DER TOCHTER SCHOCKIERT

Josef Fritzl nimmt Verurteilung zu lebenslanger Haft an

Josef Fritzl ist am gestrigen Donnerstag zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Die Geschworenen sprachen den Österreicher in allen Punkten für schuldig. Fritzl nahm das Urteil regungslos an, nachdem sein Anwalt zuvor auf das Mitleid der Geschworenen mit dem Täter gesetzt hatte. Doch diesen Gefallen taten sie dem Inzest-Monster nicht.

Die umfangreiche Anklageschrift des Landgerichts St. Pölten reichte von Sklaverei, über Freiheitsberaubung und Blutschande bis zu Mord durch Unterlassen und 1000-facher Vergewaltigung. Die acht Geschworenen erklärten Fritzl in allen Anklagepunkten für schuldig. Nun muss das Inzest-Monster, wie ihn die ‚Bild‘ nennt, eine lebenslange  Haftstrafe in einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher verbüßen.

Bei der Verlesung des Urteilsspruchs zeigte Fritzl keinerlei Emotionen. Anschließend erklärte er zweimal mit fester Stimme: „Ich nehme das Urteil an." Zu Prozessbeginn hatte der Österreicher die schwersten Vorwürfe gegen sich noch geleugnet. Erst nachdem seine Tochter Elisabeth, die seit 1984 im Keller des Fritzl-Hauses eingesperrt war, am Dienstag im Gerichtssaal erschienen war, änderte das Inzest-Monster seine Strategie und erklärte sich in allen Anklagepunkten für schuldig. Anscheinend war Fritzl vom Anblick seiner Tochter schockiert.

Eine 11-stündige Aussage von Elisabeth Fritzl war der Schlüssel in dem einmaligem Verfahren. Am gestrigen Donnerstag meldete sich das Opfer zum ersten Mal öffentlich zu Wort. Ihre Anwältin Plaz erklärte im Namen ihrer Mandantin: „Sie will, dass der Angeklagte bis zum Tod zur Verantwortung gezogen wird." Der einzige Streitpunkt in dem Verfahren war der Vorwurf des Mordes durch Unterlassung. Fritzls Anwalt, Rudolf Mayer, erklärte, dass dieser Tatbestand nicht erfüllt sei.

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Die Argumentation des Verteidigers setzte auf das Mitleid der Geschworenen, das jedoch einzig und allein Elisabeth vorbehalten war: „Er hat sich nicht ausgesucht, dass er so geworden ist, so emotional verkrüppelt. Jedes Kind will geliebt werden", erklärte Mayer. Die Staatsanwaltschaft und die Opferanwältin sahen demgegenüber viel taktisches Geplänkel der Verteidigung: „Das war kein Geständnis, und schon gar kein reumütiges, das war eine Finte", erklärte Plaz und warnte die Geschworenen: „Er versucht, Sie zu legen, genau wie er immer alle gelegt hat."

Fritzls Anwalt versuchte hingegen das Innenleben des Inzest-Täters den Geschworenen näher zu bringen. Als er erstmals die Aussage seiner Tochter gehört habe, sei er „verfallen", als er sie dann auch noch auf der Zuschauertribüne sah, sei es „ganz aus" mit ihm gewesen, erklärte Mayer. Doch auf die Mitleid-Schiene ließen sich die Geschworenen nicht treiben und verhängten nach nur vier Tagen die Höchststrafe, auch wenn Fritzl seine Tat anscheinend bereut.

Auf die Frage der Richterin, ob er noch etwas zu sagen habe, erklärte Fritzl: „Ich bereue es aus ganzem Herzen, was ich meiner Familie angetan habe. Aber ich kann es leider nicht mehr gutmachen." Das weiß auch Elisabeth, die nun nach der rechtsgültigen und lebenslangen Haftstrafe für ihren Vater hoffentlich bald ein halbwegs normales Leben führen kann. (cai)






 


 

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