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16.03.2009MEDIENRUMMEL VOR DEM GERICHTSSAAL

Josef Fritzl: Inzest-Vater erklärt sich zu Prozessbeginn für "teilschuldig"

Am heutigen Montag hat in St.Pölten unter starken Sicherheitsvorkehrungen der Prozess gegen Josef Fritzl begonnen. Dem als "Inzest-Vater von Amstetten" bekannt gewordenen Fritz werden unter anderem Mord, wiederholte Vergewaltigung, Inzest, fortdauernde Freiheitsberaubung und Sklavenhandel vorgeworfen. Direkt zum Prozessauftakt hat der Angeklagte nun ein Teilgeständnis abgelegt, in dem er sich zwar der Vergewaltigung, aber nicht des Mordes schuldig bekannte.

Mit "Nicht schuldig!" hat Josef Fritzl auf die Vorwürfe geantwortet, eines seiner Kinder ermordet zu haben, und sich der Sklaverei schuldig gemacht zu haben. In den Anklagepunkten der fortdauernden Vergewaltigung, der Blutschande, der fortdauernden Freiheitsberaubung seiner Tochter und drei seiner Kinder bekannte er sich hingegen als "schuldig" oder "teilschuldig".

Auch die vorsitzende Richterin gab zu Anfang eine Erklärung ab, die wohl auf die massiv anwesenden Medien und Demonstranten außen vor der Gerichtstür gemünzt war: "Dies ist die Tat eines Einzeltäters, nicht das Verbrechen eines ganzen Ortes, oder einer ganzen Nation". Die Klarstellung erschien wohl nötig, nachdem Aktivisten draußen Banner hochgehalten hatten, in denen Österreich als Staat des Schutzes von Pädophilen bezichtigt wird.

Ein abgeriegeltes Gerichtsgebäude, Flugverbot und hunderte Journalisten - St.Pölten in Niederösterreich befindet sich im Ausnahmezustand. Heute begann der Prozess gegen Josef Fritzl, der im April 2008 festgenommen wurde. Sein Fall machte weltweit Schlagzeilen. 24 Jahre lang hielt er seine Tochter im Keller seines Hauses gefangen, vergewaltigte sie tausendfach, zeugte mit ihr sieben Kinder. Eines dieser Kinder starb, Fritzl soll ihm nicht geholfen haben und ist deshalb des Mordes durch Unterlassung angeklagt.

Diesen Vorwurf allerdings streitet Fritzl ebenso wie den des Sklavenhandels ab. Da er die Leiche des Kindes verbrannt hat wird ihm die Tat wohl schwer nachzuweisen sein. Der Vorwurf des Sklavenhandels ist in Österreich bisher noch nie verhandelt worden. Experten halten es jedoch für relativ unwahrscheinlich, dass Fritzl in diesem Anklagepunkt schuldig gesprochen wird.

Geständig wird sich der 73-Jährige aber in den anderen Anklagepunkten zeigen, wie sein Anwalt bereits vor Prozessbeginn angekündigt hat. Fritzl rechne damit, den Rest seines Lebens im Gefängnis verbringen zu müssen. Eine lebenslange Freiheitsstrafe kann allerdings nur verhängt werden, wenn sich der Vorwurf des Mordes erhärtet. Sollten sich nur die Taten bestätigen, die Fritzl schon jetzt gesteht, dann drohen 15 Jahre Haft, bei guter Führung hat er nach österreichischem Recht nach halber Haftzeit Anspruch auf Entlassung.

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Die Staatsanwaltschaft fordert allerdings die Unterbringung in einer Anstalt für geistig abnorme Straftäter, und es erscheint mehr als unwahrscheinlich, dass dieser Forderung nicht nachgekommen wird. Fritzls Tochter Elisabeth selbst wird am Prozess nicht teilnehmen. Ihre Aussage wurde ebenso wie die einer ihrer Söhne auf Video aufgenommen. Die heute 42-Jährige lebt mit ihren sechs Kindern unter anderem Namen an einem unbekannten Ort. Das Urteil durch die acht Geschworenen wird bereits an diesem Freitag erwartet. (stk)

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