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Robert Pattinson und Kristen Stewart in 'Twilight Eclipse': Ewiger Treueschwur
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Robert Pattinson mimt in neuem Fotoshooting James Dean

28.06.2010 Robert Pattinson verdrängt Cristiano Ronaldo: Softie statt Poser angesagt

Ablösung am Showbiz-Olymp

Vom Laufsteg über Magazincover setzt sich Mädchenschwarm Robert Pattinson immer stärker als zeitgenössisches weibliches Lustobjekt durch - und verweist angestammte Größen wie Luxus-Kicker Cristiano Ronaldo und David Beckham auf die Plätze.

Von wegen nassgegelter Muskelprotz: Mit Teenie-Idol Robert Pattinson (24) hat ein neuer Männertypus die Showbiz-Bühne betreten, der sich anschickt, metrosexuelle Ikonen á la Cristiano Ronaldo und David Beckham vergessen zu machen.

Der smarte Brite verkörpert im Vampir-Mehrteiler 'Twilight' den menschenfreundlichen Vampir Edward Cullen, der sich unsterblich in die Schülerin Bella Swan verliebt. Die brünette Rebellin wird ihrerseits von der attraktiven Kalifornierin Kristen Stewart verkörpert, die angeblich mit dem gebürtigen Londoner im wirklichen Leben liiert sein soll. Zu diesem Thema schweigen sich die beiden Shooting Stars allerdings hartnäckig aus, weswegen es dazu auch keine offizielle Bestätigung gibt.

Im öffentlichen Bewußtsein rückt Robert Pattinson indessen immer stärker in die erste Riege der weltweiten Sex Symbole vor, obwohl er sich weder über seine Körperpflege, noch durch sein Gehabe bei Interviews und Presse-Auftritten als solches aufdrängt. Betont locker und unrasiert bevölkert Hollywoods Senkrechtstarter die Talkshows, selbstironisch und mitunter einfühlsam geht er auf die Fragen der Journalisten ein. Meilen ist er von den verbalen Selbstbeweihräucherungen eines Cristiano Ronaldo entfernt, niemals würde er sich die Augenbrauen so systematisch zupfen lassen, wie es offensichtlich David Beckham tut.

Stattdessen steht der sanfte Herzensbrecher eher für die im Szenejargon als "Bishone" bezeichnete Männerkategorie, einer aus der Welt der japanischen Manga-Comics abgeleiteten Typologie. Seine Alleinstellungsmerkmale auf dem Roten Teppich sind das durchwuschelte Haar, der scheue Blick sowie Dreitagebart und Seidenschal. Zwar trainiert diese neue, in den Frauenherzen dominante Spezies deutlich seltener - dafür verbringt sie aber auch keine Stunden im Badezimmer beim Auftragen von Peelings, und entfernt auch nur sporadisch Teile der eigenen Körperbehaarung.

Dieser Wandel im Zeichen von Robert Pattinson bleibt jedoch nicht auf die Ranglisten der Sexiest Men Alive oder gar nur Kino-Leinwände beschränkt. Vielmehr setzt er längst auch auf dem Laufsteg den neuesten Trend, wie die römische Stil-Expertin Alberta Marzotto heute in der italienischen 'Repubblica' treffend ausführt. "Die Proportionen der männlichen Garderobe verändern sich gerade, und zwar durchgehend", heißt es da. "Sie werden weicher und entspannt. Es geht um Natürlichkeit und Nonchalance statt hysterischer Dürre und körperbetonter Angespanntheit."

Zu beobachten war diese Entwicklung auch vorvergangene Woche im Rahmen der Moda Milano Uomo auf dem Laufsteg der Kultmarke Burberry. Wie bei so manch anderem trendsetzerischen Toplabel verschob sich der Hosenbund bei der neuesten von Christopher Bailey entworfenen Kollektion wieder deutlich nach oben. Diese neu entdeckte, gar nicht androgyne Solidität geht elegant einher mit der schmollenden In-Sich-Gekehrtheit von schmal geschnittenen Lederjacken mit hochgesteckten Krägen - die auch in den geschmackvoll mit Lederschnallen adaptierten, haustypischen Trenchcoats eine gelungene Ergänzung finden.

Frappierend dabei auch die Ähnlichkeit, welche die von Burberry engagierten Männermodels mit Stil-Ikone Robert Pattinson aufwiesen. Markante Wangenknochen, Augenbrauen und Kinnpartien, gepaart mit kerzengeraden, langen Nasen und ausgeprägter Stirn dienten dem nachdenklichen Look zeitgenössischer James-Dean-Doppelgänger als rundum angemessene Projektionsfläche.

Der italienische Schriftsteller Walter Siti sieht in dieser Ästhetik sogar den Archetyp des gefallenen Engels aus der prä-raphaelitischen Malerei wieder aufdämmern: "Das ist ein Gesicht, das sich sehr ernst nimmt; ein spirituelles und bleiches, schönes und verdammtes Gesicht, wie das Luzifers in Miltons 'Verlorenem Paradies', oder das des Christus aus den Visionen der großen mittelalterlichen Mystikerinnen."

Den ultimativen Grund für den Kult um Robert Pattinson sieht Siti daher auch in seiner Verkörperung einer "künstlichen Körperlichkeit", in seinem "Sex Appeal, der fast dem eines Automaten gleicht. Er kleidet sich dunkel, und verkörpert eine Emo-Ästhetik, die einer blutleeren Form von Dandyismus gleichkommt."

Treffender kann man den Siegeszug des postmodernen, dekonstruktivistischen Schönheitsideals nicht postulieren.

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