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Mesut Özil im Nationalelf-Zwiepalt: Wird es Deutschland – oder die Türkei?

28.06.2010 Pressestimmen zu Deutschland: 'WM-Team verbindet Stärke und Phantasie'

Multikulturelle Erfolgsgeschichte

Die internationalen Pressestimmen sind nach wie vor positiv angetan von der Leistung Deutschlands bei der Fußball-WM 2010. Besonders positiv wird angemerkt, wie gut das multikulturell zusammengewürfelte Team harmoniert.

Ein brandneues Deutschland-Bild geht um die Welt - und die europäischen Pressestimmen sind voll des Lobes.

Im WM-Achtelfinale hatte das Team von Joachim Löw den fußballerischen Erzrivalen England historisch hoch mit 4-1 bezwungen, insbesondere Bayern-Stürmer Thomas Müller gab ein sehr souveränes Bild ab, er traf sogar gleich zweimal. Aber auch Mesut Özil (21), Bastian Schweinsteiger und Miroslav Klose boten eine überragende Show.

Nun tritt Deutschland am Samstag im Viertelfinale gegen Argentinien an, eine der stärksten Mannschaften des Turniers. Die ausländischen Pressestimmen schreiben die DFB-Elf jedoch alles andere als ab, sondern sind voller Erwartung, was es noch mehr an Ballkunst aus dem Hut wird zaubern können.

Der renommierten italienischen Tageszeitung 'Corriere della Sera' hat dabei vor allem imponiert, wie mühelos Deutsche unterschiedlicher Herkunft im sportlichen Ensemble harmonieren. Im Wortlaut heißt es da: "Halbe Schwarze, halbe Türken, halbe Spanier, halbe Polen? Nein - deutsche Jungs! Deutschland ist an der Zielgeraden angekommen, es hat einen jahrhundertelangen Prozess voller Irrwege hinter sich gelassen. Die ausgelassen feiernden Menschen markieren die definitive, befreiend wirkende Überwindung vom Schuldgefühl seitens eines ganzen Volkes."

Sogar wenn Deutschland es nicht bis ins Finale schaffen sollte, könne sich die Fußballwelt von Mesut Özil und Kameraden ein großes Stück abschneiden: "Vielleicht schaffen sie es wegen ihres jungen Alters nicht, bis zum Schluss mitzuhalten, aber gegen die Engländer haben sie eine ganz hervorragende Vorführung gegeben, wie man Stärke und Phantasie, Sachlichkeit und Überschwenglichkeit, Kampfgeist und Heiterkeit miteinander verbinden kann."

Die rosafarbene 'Gazzetta dello Sport' widmet sich hingegen dem Macher hinter dem bisherigen deutschen Erfolg, und zwar Bundestrainer Jochim Löw. Auch ästhetisch sei er auf der Höhe der Zeit, merken die stilbewußten Italiener an: "Löw gilt in Deutschland als Sinnbild von Eleganz und wird in den Klatschkolumnen regelmäßig zu den schönsten der Nation gezählt. Der Hemdenausstatter des Trainers kann auf endlose Bestellungen zählen, und er wirbt für eine berühmte Gesichtscreme."

Doch er könne auch anders, betont die Sportzeitung: "Er jagte Kevin Kuranyi aus dem Team, weil der einmal auf der Tribüne nicht mit von der Partie war; Michael Ballack verlangte er eine öffentliche Entschuldigung ab, nachdem der ihn kritisiert hatte; seinen per Handschlag besiegelten Vertrag ließ er zurückgehen, weil Gehalt und Handlungsspielraum nicht den Abmachungen entsprachen. Dem Verband gegenüber steht er jetzt stark da. Er ist ein Taktiker, aber in seinem Willen eisern - vielleicht wird er ja sogar mal Bundeskanzler."

Der 'Corriere dello Sport' aus Rom ist indessen beeindruckt davon, wie mühelos Sami Khedirataktisch in die Fußstapfen von Michael Ballack schlüpfen konnte: "Der angestammte Platz des alten und angeschlagenen Kapitäns ist von dem 23-Jährigen eingenommen worden, und viele sind der Meinung, dass die Mannschaft davon nur profitiert hat - ins Spielschema fügt er sich besser ein."

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